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„Von den deutschen Giganten verblüfft“

Der FC Bayern kann es gebrauchen dieser Tage: Lob von allen Seiten. Neben dem spektakulären Transfer von BVB-Star Götze überschattet die Causa Hoeneß den FCB. Nicht heute Morgen, denn die Fachpresse ist voll des Lobes für die Leistung der Bayern, allen voran Thomas Müller. Während spanischen Medien Fehler beim Unparteiischen sehen, adelt die Sun die "deutschen Giganten". Die Welt freut sich, wie gut Hoeneß die Ablenkung tat. Und 11Freunde erfindet glatt den "Müllerativ".

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Bild: “Bayerns Messi heißt Thomas Müller! Beim überirdischen 4:0 gegen Barcelona macht der Nationalspieler zwei Tore, bereitet noch eins vor und mischt auch beim anderen mit. Damit stellt er den Superstar in den Schatten. Messi wer?”
Spiegel Online resümiert: “Der FC Bayern ist auf dem besten Weg ins Finale der Champions League: Mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration haben die Münchner den FC Barcelona bezwungen. Die Katalanen hatten bei vier Gegentoren kaum eine Chance, nicht einmal Lionel Messi konnte die historische Niederlage verhindern.”
Der Tagesspiegel richtet den Blick weg vom Spielfeld hin zur Ehrentribüne: "Uli Hoeneß traf gut eine Stunde vor Spielbeginn in der Münchner Arena ein, mit einem rot-weißen Bayern-Schal um den Hals. Später saß er wie immer auf der Tribüne. ‚Solange nichts bewiesen ist, solange der Fall nicht abgeschlossen ist, solange keine Verurteilung da ist, braucht er sich doch nicht zu verstecken‘, sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer."
Süddeutsche.de zeigt sich beeindruck von Müllers Leistung: “Was für ein Spiel, was für eine Demonstration des FC Bayern: Die Elf von Trainer Heynckes demütigt im Halbfinal-Hinspiel der Champions League den FC Barcelona und steht damit so gut wie sicher im Finale. Zum Schlüssel werden gegen die defensiv schwachen Katalanen vor allem die vielen Eckbälle – Thomas Müller liefert eine Riesenleistung ab.”
Die Welt bringt die Causa Hoeneß in Verbindung mit dem Spiel: “Dass Hoeneß Fehler begangen hat, ist offensichtlich, und er hat es zugegeben. Auch wenn er sich selbst in die aktuelle Lage gebracht hat: Diese magische Nacht ist ihm zu gönnen. Der FC Bayern ist sein Lebenswerk, sein Leben. Bei seinem Jubel auf der Tribüne war zu sehen, wie gut ihm die Ablenkung tat, und wie viel ihm der Sieg bedeutet. Er braucht diesen Sport und hat viel für ihn getan. Der Verein hat ihm an diesem magischen Abend sehr, sehr viel zurückgegeben. Und sehr geholfen.”
11 Freunde scheint so überzeugt von Müllers Leistung zu sein, dass das Fachblatt ihm gleich ein neues Wort widmet. So heißt es in der Einzelkritik: “Eine Art Black Beauty. Bewundernswert, ohne wirklich schön zu spielen. War an allen vier Toren beteiligt. Müller zaubert nicht, er müllert. Müller arbeitet nicht, er müllert. Müller sperrt nicht, er müllert. Müller bereitet nicht vor, er müllert. Müller jubelt nicht, er müllert. Wir verneigen uns und erfinden für ihn exklusiv: den Müllerativ.”
Entsprechend enttäuscht zeigte sich die spanische Presse von der Leistung des FC Barcelona. “Die Bayern schütteln Barcelona durch” titelt die El Pais. „Die deutsche Mannschaft, voller Energie und Enthusiasmus, durchlöchert das Team von Barcelona, das passiv wie nie und quasi stehend k. o. war.“
La Marca resümiert knapp: „Skandalöse Torflut!“ In dem Artikel heißt es, die ersten drei Tore der Bayern hätten nicht zählen dürfen. Und weiter: “Bayern zeigte eine unüberwindbare Überlegenheit. Nach dem 4:0 braucht es nächsten Mittwoch im Camp Nou ein Wunder, um ins Finale von Wembley am 25. Mai zu kommen.“
Auch die Mundo Deportivo („Katastrophe in München!“) sieht Fehler bei der Leistung des Schiedrichters, allerdings: „Die Bayern marschieren über eine Barcelona-Elf hinweg, die kaum wiederzuerkennen war, die nichts richtig machte, die schlecht verteidigte und noch schlechter angriff.”
Die wohl schönste Zeile zum Sieg der Münchner bringt allerdings die britische Sun mit “Bayern make a Messi of Barca”, abgewandelt von “make a mess” (engl.: Unordnung machen). Im Text ist von den “deutschen Giganten” die Rede. So nett reden die Briten von den Münchnern nur selten, wenn es um internationalen Fußball geht. Weiter heißt es: “Barcelonas Assistenztrainer rügte den Schiedsrichter Viktor Kassai, der Gomez‘ Abseitstor nicht gelten lassen durfte und Robbens Tor, nachdem Müller Jordi Alba ohne Ball geblockt hatte.”

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