HypoVereinsbank entfernt Hoeneß-Werbung

Uli Hoeneß war in den vergangenen Jahren als Werbe-Figur heiß begehrt. Doch das Saubermann-Image des Bayern-Bosses ist mit den Ermittlungen zu möglichen Steuerhinterziehungen dahin. Vor allem seine Bank-Werbebotschaften stehen nun in einem ganz anderem Licht da. Die HypoVereinsbank entfernte nun ihre Werbung mit Hoeneß aus dem Internet. Bereits in der Vergangenheit brach ein Werbekunde aus Imagegründen eine Zusammenarbeit mit dem Manager ab.

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So machte Uli Hoeneß, damals Manager des FC Bayern München im Jahr 2000 Werbung für den Online-Broker "Consors". "More Life. Most Money" lautete der Slogan des Unternehmens, das "mehr Gewinn – an Lebensqualität und Geld" versprach. Dazu wurde gezeigt, wie Uli Hoeneß auf dem Golfplatz seine Wertpapiere online managte.

Die Werbekampagne hatte nur eine kurze Dauer. "Consors" sorgte sich im Jahr 2000 um das öffentliche Bild von Hoeneß wegen dessen Verwicklung in den Skandal um Christoph Daum. Der war als Bundestrainer vorgesehen, doch Hoeneß torpedierte die Kandidatur Daums mit Aussagen zu dessen Kokain-Konsum. Aus Sorge um das Image zog "Consors" daraufhin die Hoeneß-Kampagne zurück.
Da Hoeneß in Sachen Daum Recht behielt, war er später jedoch wieder als Werbefigur tragbar – und begehrt. Am Sonntag berichtete MEEDIA bereits über eine weitere Finanz-Werbung des Bayern-Präsidenten. Im "3. Finanzgespräch der HypoVereinsbank" sprach Hoeneß als Experte über Geldanlagen. Titel des Ganzen "Wo sich Geld jetzt wohlfühlt" – was aktuell zu vielen Witzen einlädt.
Im Video sagte Hoeneß, er empfehle in "sehr vernünftigen, seriösen, deutschen Qualitätsaktien" anzulegen. Auf die Frage, ob er mit seinem Portfolio sicher sei, antwortete er: "Ganz sicher kann man natürlich nie sein." Seine Wurstfabrik würde seiner Familie jedoch "wenn wir nicht ganz verrückte Fehler machen" den Lebensabend sichern.

Die entsprechende Werbung einer zurückliegenden Kampagne war bis zum Wochenende noch im Internet zu finden, nun nahm das Kreditinstitut sie aus dem Netz. Man kann sich denken warum.
Aktuell kündigt Hoeneß an, gegen die Berichterstattung einiger Medien vorgehen zu wollen: "Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", sagte er dem Münchner Merkur. Unter diesen Voraussetzungen könnte den mutmaßlichen Steuersünder eine weitere Werbekampagne einholen: So bezog Hoeneß in der jüngsten Vergangenheit nämlich auch Stellung für kritischen Journalismus, genauer für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Rundfunkbeitrag. Sein Statement, das auf großen Plakaten zu lesen war: "Unbequem muss möglich sein."
In weiteren Werbebotschaften war Uli Hoeneß unter anderem für die McDonalds Hüttengaudi und seine "Nürnburger" bei der Fast-Food-Kette zu sehen. Auch für die Deutsche Sporthilfe und den Wettdienstleister Bwin machte Hoeneß Werbung. Ob solche Kooperationen in Zukunft fortgesetzt werden: fraglich.

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