Ente: Reuters vermeldete Tod von Soros

Dass Nachrufe prominenter Persönlichkeiten in Redaktionen vorgeschrieben werden, ist hinlänglich bekannt. Peinlich wird es erst, wenn ein solcher Text zu früh an die Öffentlichkeit gerät. Doch genau das passierte gestern Abend der Nachrichtenagentur Reuters. Die vermeldete: "George Soros, rätselhafter Geldgeber, liberaler Philanthrop stirbt im Alter von XX". An die Stelle der X sollte offenbar das Alter eingefügt werden. Warum die Meldung veröffentlicht wurde, ist unbekannt.

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"George Soros, der XXX starb im Alter von XXX, war ein räuberischer und ungeheuerlich erfolgreicher Geldgeber und Investor, der paradoxer Weise über Jahre gegen die gleiche Art von freizügigen Kapitalismus argumentierte, mit dem er Millionen machte", war im Teaser zu lesen. Insgesamt ist der Text gut 7000 Zeichen lang und beleuchtet die verschiedenen Stationen des Lebens von George Soros. 
Todd Eastham wird als Autor des Nachrufs genannt, der Ortsstempel ist Washington. Warum der offensichtlich vorbereitete, aber in keinster Weise an eine aktuelle Entwicklung angepasste Beitrag veröffentlicht wurde ist unklar. Reuters bemerkte den Fehler schnell und nahm den Beitrag wieder aus dem Netz.

Peinlicher Fehler: Reuters vermeldet den Tod von George Soros

Zu diesem Zeitpunkt war der Text im Internet jedoch bereits vielerorts verbreitet. Eine vierstellige Zahl an Personen hatte das Original von der Reuters-Seite bereits auf Twitter und auf Facebook verbreitet. Hinzu kommen viele weitere Seiten, die die Reuters-Meldung automatisiert auf ihrer Seite einbanden. Google listete für die Überschrift des Textes am Abend mehrere tausend Treffer auf. 

Im Netz verbreitete sich die Falschmeldung schnell

In einer kurzen Mitteilung korrigierte Reuters seinen "Fehler": "Reuters veröffentlichte irrtümlich einen vorbereiteten Nachruf auf den Finanzier und Philanthropen George Soros. Ein Sprecher von Soros sagte, dass der in New York ansässige Investor lebendig und bei Gesundheit sei. Reuters bedauert den Fehler." 
Dadurch dass der Beitrag mit den Lücken bei Alter und Datum klar als Entwurf zu erkennen war, dürfte sich der Schaden – außer für Reuters – in Grenzen gehalten haben. Immerhin weiß der 82-Jährige nun, was Reuters von ihm denkt.
Ein ähnlicher Fehler war vor kurzer Zeit bereits Spiegel Online passiert. Die Hamburger veröffentlichten versehentlich einen Nachruf auf den zum damaligen Zeitpunkt im kritischen Gesundheitszustand befindlichen Ex-US-Präsidenten George Bush Sen. Der Beitrag trug sogar noch den Wahnhinweis, der Text solle nur in Absprache mit dem CvD veröffentlicht werden. Doch auch hier klickte jemand versehentlich auf "veröffentlichen".

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