ZDF-Kommentator Béla Réthy im Shitstorm

"Heute kein Feuerwerk am Po": ZDF-Kommentator Béla Réthy hatte am Mittwoch offenbar großen Spaß daran, Wortspiele mit dem Namen des durch Turin fließenden Flusses zu machen. Die Zuschauer des Champions League Viertelfinals zwischen Juventus Turin und Bayern München waren davon jedoch eher genervt. Auf Twitter beklagten sie sich über diese Sprüche und andere Pannen des ZDF-Starkommentators beim Spiel. Sein Sender nimmt ihn in Schutz und lobt: "Er ist der Beste!"

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Fußballfans mussten im ZDF gestern starke Nerven haben, denn die Leistung des Kommentators war nicht die beste. Béla Réthy unterliefen einige Unaufmerksamkeiten. Dass er den Gebrauch von "wie" und "als" mehrfach durcheinander brachte, sei ihm trotz entsprechender Kritik auf Twitter vielleicht noch verziehen. Und dass Réthy statt "Viertelfinale" "Halbfinale" sagte, mag daran gelegen haben, dass er wie sicher einige Zuschauer auch ob des Spielstands im Kopf bereits einen Schritt weiter war. 
Doch der Kommentator des ZDF bot noch mehr Angriffsfläche für seine Kritiker. Dass Verteidiger Daniel van Buyten verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, war dem Kommentator offenbar nicht so richtig klar, da er stattdessen darüber räsonierte, ob Trainer Heynckes mit der Leistung seines Spielers unzufrieden sein würde. 
Und dann war da noch Réthys Vorliebe für den Fluss Po. Der längste Fluss Italiens fließt durch Turin und bietet sich natürlich für Wortspiele an. Ob diese einer Champions League Übertragung im ZDF angemessen sind, darf jedoch bezweifelt werden. Sprüche wie "Heute kein Feuerwerk am Po", und "Eine fantastische Saison findet ihre Fortsetzung am Po", provozierten Protest auf Twitter.
Ein User fragt: "Wie oft hat Béla Réthy heute wohl ‚am Po‘ gesagt?" Ein anderer merkt an: "Ich bin zu jung für Altherrenwitze." Auf den Kommentar: "Heute Abend ist noch ein Schlückchen drin" hin kommentiert ein Twitterer: "Wär für Réthy wohl nicht das erste." Auch andere Nutzer wähnen Réthy in der Nähe italienischen Rotweins, wieder andere "vor nem Kindergartenspielplatz". 
Weitere kritische Töne: "Dass Béla Réthy ein so ‚alter Hase‘ ist, bedingt, dass er sich an Fußball-Anekdoten erinnert, die schon vor 30 Jahren keinen interessierten." Oder: "Hallo @zdf. Wenn ihr Béla Réthy endlich ausmustert und zu Sky schickt, kündigen die da alle und ihr habt mehr Quote. Denkt mal drüber nach!" Nutzer @lolpzig fragt: "14h Hallo @ZDF, welcher Sadist teilt eigentlich immer #BelaRethy als Kommentator ein? Ihr habt so viele Sprecher. Wieso immer der?" Über den offiziellen ZDF-Account bekommt er eine Antwort: "Er ist der beste."
Aber auch über die Konkurrenz wurde gemeckert. Ein Twitterer fasst es scherzhaft zusammen: "Könnt ihr bitte aufhören über Béla Réthy zu meckern? Die Reichen unter uns müssen Marcel Reif ertragen." Auch Marcel Reif wird regelmäßig kritisiert. Jüngst bildete sich eine Facebook-Seite, die ein Kommentarverbot für ihn fordert. Wegen akuter "Selbst-Verliebtheit".
Die Kritik im Netz offenbart ein generelles Problem der deutschen TV-Kommentatoren, die mit Ausnahme des unkonventionellen Wolff-Christoph Fuss (aktuell bei Sky) bei Fans meist eher schlecht wegkommen. Informationen vom Spielfeldrand, das der TV-Zuschauer nicht sehen kann, werden selten weitergereicht. Die Leidenschaft, die in Netzradio-Sendern oder im spanischem TV zu finden ist, fehlt. Ebenso tiefergehendes taktisches Verständnis, das gerade im englischen TV häufig anzutreffen ist.
Stattdessen werden häufig Anekdoten aneinander gereiht und regelmäßig zwanghaft alte Statistiken und Historisches untergebracht. Gerade so, als ob man Angst hätte, die Vorrecherche müsse auf Teufel komm raus untergebracht werden.

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