So lacht die Branche über den Spiegel

Die Entscheidung der Spiegel-Geschäftsführung, sich von den beiden Chefredakteuren Georg Mascolo und Mathias von Müller-Blumencron zu trennen, ist nur wenige Stunden alt. Doch die Branche und das Web scheinen sich schon jetzt bestens über die Personalie an der Ericusspitze zu amüsieren. Vor allem die noch ungeklärte Nachfolge liefert Stoff für deftige Zoten. Die taz titelt frech “Spiegel sucht Führer”, die Titanic witzelt mit einer fiktiven Stellenanzeige und der Tagesspiegel schreibt gleich den “Bild-Haudrauf Nikolaus Blome” ins Amt.

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Zur Seite stünden ihm keine Geringeren als "Liebeslyriker Franz Josef Wagner sowie der beliebte Hassprediger Henryk M. Broder", heißt es beim Tagesspiegel weiter. Ein Informant hätte dem Blatt gesteckt, "mit Blome werden wir bestimmt fremde Staatschefs reitend auf Raketen montieren und ihnen blöde Namen geben wie Kim Jong Bumm oder Baschar al-ARSCHad." Zum Hintergrund: "Kim Jong Bumm" ist nicht nur eine Bild-Zeile, sondern tatsächlich der Titel des aktuellen Spiegels.
Die Titanic schlägt sich in einer fiktiven Stellenanzeige auf die Seite der Chefredakteure. So heißt es auf der Webseite: "Sie stehen gerne im Schatten traditionsreicher Alt-Herausgeber (†)? Sie lassen sich von der Geschäftsführung gegeneinander ausspielen (und ggf. über Nacht absägen)? Sie haben einen Internetanschluß?”

Dafür würde man "väterliche Kollegen mit reichem Erfahrungsschatz aus den Ressorts ‚Politik‘, ‚Apokalypse‘ und ‚Hitler’" bekommen sowie ein "ein undurchschaubares Eigentümerkonstrukt".
Die taz resümiert auf der Titelseite “Auch die vielen Hitler-Titel halfen nicht mehr”. Unter der Titelzeile “Spiegel sucht Führer” bringt das Blatt eine Galerie der Spiegel-Cover, die Hitler zum Thema hatten.

Und auch jetzt.de versucht sich an einer Galerie potenzieller Nachfolger für das Spiegel-Chefduo. Kim Jong Un hätte sich fast schon klassisch mit der Drohung eines Atomangriffs ins Spiel gebracht, heißt es auf der Webseite. Auch Schlagerstar Helene Fischer könnte man sich vorstellen: “Als Frau würde Helene Fischer endlich weibliche Themen auf den Titel bringen: Eva Braun oder Magda Göbbels.” Härte Töne schlagen die Münchner gegen die G+J-Chefin Julia Jäkel an. Für sie bestünde guter Journalismus eben nicht aus einer Aneinanderreihung von schwarzen Buchstaben, sondern schwarzen Zahlen. “Sie würde beim Spiegel die Zukunft des modernen Journalismus verkörpern: Eine Geschichte ist nie so gut, wie der Gewinn, den sie abwirft.”
Kein Nachrichtenmagazin berichtet so oft und ausführlich über Hitler-Themen. Da dauerte es natürlich nicht lange, bis der Führer höchstpersönlich via Twitter absagte: " Äch wördä die Föhrong däs #Spiegel nächt ainmal öbärnähmen, wänn die Rädaktion in Stalingrad säße!"

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