News-IVW: RTL pusht n-tv-Zahlen mit Sport.de

Auf den ersten Blick eine erstaunliche Entwicklung: Während die Online-News-Branche im März 3,7% mehr Visits mit ihren redaktionellen Inhalten erreichte als im Februar, wuchs n-tv.de um 21,7%. Der Grund: Ab sofort zählt sport.de, ehemals Teil von RTL.de, dann eigenständig, zu n-tv.de. n-tv rückt damit der Welt und Süddeutsche.de gefährlich nahe. Ganz vorn bleiben in der News-Top-50 Bild.de und Spiegel Online, das deutlich verlor. Die Deutung dieses Verlusts ist allerdings sehr kompliziert.

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7,5% der redaktionellen Inlands-Visits aus dem Februar verlor Spiegel Online – eine theoretisch erschreckende Entwicklung, ist SpOn doch damit der einzige Verlierer auf den ersten 15 Plätzen des Nachrichten-Rankings. Praktisch könnte der Verlust aber mit den Verzögerungen bei der Messung mobiler Angebote durch die IVW zu tun haben. Denn: Theoretisch sollten ab diesem Monat die Zahlen mobiler Websites und Apps veröffentlicht werden. Aus verschiedenen Gründen verzögert sich das nun um ein paar Monate.

Allerdings: Haben Anbieter auf ihren mobilen Angeboten bereits den neuen, nun erst ab Sommer gültigen Zählcode eingebaut – und den alten ausgebaut – so zählen ihre mobile Zahlen nun nicht mehr zur normalen IVW dazu, werden nirgends ausgewiesen. Für welche der Nachrichten-Websites dies gilt – wer überhaupt seine mobilen Zahlen noch mitzählen lässt – das lässt sich alles nicht so einfach beantworten. Theoretisch könnten die SpOn-Verluste also in Wirklichkeit gar keine sein. Bis August fehlt leider daher die endgültige Vergleichbarkeit zwischen den Angeboten, ab da erfolgt dann die Trennung zwischen stationärem Angebot und mobilem Angebot – und hoffentlich auch eine gemeinsame Ausweisung sämtlicher Websites und Apps einer Medienmarke.

Offensichtlich noch nicht ausgebaut haben die anderen Top-5-Angebote ihre alten mobilen Zählcodes. Bild.de verbesserte sich um 6,7%, Focus Online um 10,7%, Die Welt um 7,5% und Süddeutsche.de um 6,7%. n-tv sprang aus erwähnten Gründen um 21,7%, ist damit auf den ersten 25 Rängen der prozentual gesehen größte Gewinner. Mehr als 10% gewonnen hat hier neben Focus Online auch noch N24 Online.

Bei den Marktanteilen, die wir für alle ca. 220 von uns klassifizierten Nachrichten-Websites errechnen, verbesserte sich Bild.de um 0,74 Punkte auf 26,43%, der beste Wert seit dem Star unserer Marktanteil-Analyse im Jahr 2010. Deutlich nach oben (um 0,60 Zähler) schoss hier natürlich auch n-tv.de. Focus Online verbesserte sich um 0,43 Punkte. Marktanteile verloren haben wegen einer unter dem Branchen-Durchschnitt liegenden Entwicklung Zeit Online, stern.de und DerWesten, dem damit RP Online wieder etwas näher rückt. Weiter hinten büßten auch noch das manager magazin, das Hamburger Abendblatt, die Augsburger Allgemeine und die B.Z. Marktanteile ein.

In der zweiten Hälfte unserer Top 50 verbesserten sich die Berliner Morgenpost und shz.de um mehr als 10%, die Berliner Morgenpost ist mit einem Plus von 0,05 Punkten gleichzeitig der größte Marktanteils-Gewinner. Immerhin 0,01 Zähler gewannen die Neue OZ, die WirtschaftsWoche, PNP-Online, die Zeitungsgruppe Thüringen und shz.de hinzu. Deutlich nach unten ging es hingegen für suedkurier.de und die Hannoversche Allgemeine, die jeweils 0,03 Marktanteilspunkte einbüßten, sowie für das Duo Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, die Berliner-Zeitung und die Rhein-Zeitung mit einem Minus von jeweils 0,02.

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