Heidemann will Hitler-Tagebücher zurück

30 Jahre nach dem Skandal um die vermeintlichen Hitler-Tagebücher feiert der publizistische Super-GAU nicht nur sein Jubiläum, sondern sorgt auch beim ehemaligen stern-Reporter Gerd Heidemann für eine Art Comeback. Die Berichterstattung rund um den Skandal bringt den heute 81-Jährigen wieder zurück in die Medien. Der Bild und dem ZDF stellte Heidemann bereits Tonbandaufzeichnungen zur Verfügung. Jetzt legt der Journalist nach und fordert von Gruner + Jahr die Original-Tagebücher zurück.

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Seine Forderung stellt Heidemann möglichst öffentlichkeitswirksam via Bild. In der Boulevard-Zeitung präsentiert der ehemalige Star-Reporter seinen Vertrag, den er am 23. Februar 1981 mit dem stern schloss und der den Umgang mit den Büchern regelte. So soll in dem Schriftstück unter Punkt 4 stehen, dass der Verlag "die Originalmanuskripte zehn Jahre nach Beginn der publizistischen Nutzung dem Autor überlassen" wird.

Zudem regelt der Vertrag unter anderem, dass Heidemann einen Vorschuss von 300.000 DM erhalten soll.

Die Bild zitiert nun den 81-Jährigen dazu: "Wenn ich die finanziellen Möglichkeiten hätte, würde ich den Verlag auf Herausgabe verklagen. So kann ich nur hoffen, dass sich der Verlag an den Vertrag hält." Gegenüber der Bild erklärte Gruner+ Jahr, dass sich die meisten der 62 Tagebücher im Hamburger Verlagshaus befänden, allerdings auch einige Exemplare im Bonner Haus der Geschichte seien und künftig auch einige im Polizeimuseum Hamburg ausgestellt werden würden.

Die Forderung von Heidemann kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, um auch noch einmal für die ZDF-Doku "Die Jahrhundertfälschung" Werbung zu machen. In dem Film, der zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr zu sehen sein wird, liest unter anderem Hitler-Parodist Christoph Maria Herbst ("Der Wixxer") aus den gefälschten Tagebüchern.

Bereits am gestrigen Montag veröffentlichte Bild.de die Tonmitschnitte zwischen Heidemann und dem Fälscher Konrad Kujau.

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