Nach Anschlag: Candystorm für Til Schweiger

Publishing Der Anschlag auf sein Haus und das Auto seiner Freundin bringt "Tatort"-Star Til Schweiger eine Welle der Sympathie im Internet. Auf seiner Facebook-Seite gibt es eine Flut an unterstützenden Kommentaren. Nachdem die Bild auf ihrem Titel über den "Facebook-Trost" für Til berichtet hat, kam der Candystorm erst richtig ins Rollen. Auch der Chef des Bundeswehrverbands zeigt sich solidarisch mit Schweiger. In einem Bekennerschreiben wurde Schweigers Unterstützung der Bundeswehr als Grund für den Anschlag genannt.

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"Ich verurteile den feigen Anschlag auf Til Schweiger auf das Schärfste. Es ist sehr bedenklich, dass die Täter seine Unterstützung für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zum Vorwand für ihr Tun nehmen. Til Schweiger ist solidarisch mit uns Soldaten, jetzt sind wir solidarisch mit ihm", zitiert die Bild Oberst Ulrich Kirsch, den Chef des Deutschen Bundeswehrverbands. Hintergrund: In einem Bekennerschreiben gaben die mutmaßlichen Täter an, den Farbanschlag auf Schweigers Haus ausgeübt zu haben, um gegen die positive Darstellung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan in seinem Film "Schutzengel" zu protestieren.
Auf der Fanpage Schweigers finden sich bereits am Dienstag viele unterstützende Kommentare. Am Morgen nach der Bild-Berichterstattung legte der "Candystorm" jedoch erst richtig los. Im Minutentakt kommen am Morgen neue Beiträge hinzu. Zu lesen sind Kommentare wie: "Eine Filmrolle auf den Darsteller zu projizieren ist schon mehr als unterbehirnt! Vielmehr sollte man Herrn Schweiger wegen Mordes anzeigen, ich habe selber gesehen, wie er im Tatort jemanden erschossen hat!" oder "Respekt an dich für deinen Mut & deine Unterstützung den deutschen Soldaten gegenüber. Einfach nur Daumen hoch & die feigen Anschläge, das ist ja mal unglaublich widerlich das es überhaupt solche Leute gibt!"
Ein anderer Nutzer schreibt: "Deine Unterstützung für Soldaten finde ich sehr lobenswert, nimm diese feige Aktion einfach als Beleg dafür, dass du mit deiner Solidarität zur Bundeswehr schlichtweg eine unbequeme Meinung vertrittst." Auch auf der Fanpage von Schweigers Freundin, deren Auto den Berichten zufolge angezündet wurde, finden sich ein paar aufmunternde Kommentare wie "Lasst euch nicht ärgern von solchen Idioten."
Ungeachtet der Zustimmung ist Schweiger offenbar erbost über die Berichterstattung zum Vorfall. Gestern berichtete MEEDIA bereits über ein Schreiben, das sein Anwalt der dpa hat zukommen lassen. In dem Brief wurde darum gebeten, nicht über den Anschlag zu berichten. Die Nachrichtenagentur versandte dennoch Meldungen zum Thema. Darin berief sich die dpa unter anderem auf den NDR. Der hat laut Bild ebenfalls Post von Schweigers Anwalt bekommen.
Grund: In einer Mitteilung des Senders hieß es, das Haus sei zur Zeit nicht bewohnt gewesen. In Wahrheit hätten sich zum Tatzeitpunkt jedoch zwei Töchter des Schauspielers im Haus befunden, unter anderem Luna Schweiger, die ebenfalls im "Tatort" zu sehen war.
Derweil hat die Staatsschutzabteilung der Hamburger Polizei die Ermittlungen zum Vorfall übernommen. Man ermittle in Richtung eines möglichen linksextremistischen Hintergrunds. 

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