Dell muss um sein Lebenswerk bangen

Zitterpartie für den Computerpionier Michael Dell: Der zusammen mit einer Investorengruppe um die Private Equity-Gesellschaft Silver Lake und Microsoft angestrebte Börsen-Exit gerät ins Stocken. Wie der PC-Hersteller selbst bestätigt, sind mit Blackstone und dem berüchtigten Investor Carl Icahn inzwischen zwei neue Bieter auf den Plan getreten, die für die Übernahme von Dell mehr bieten könnten als der Gründer selbst. Michael Dell muss jetzt um sein Lebenswerk bangen. Anlegern winken unterdessen höhere Kurse.

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Zitterpartie für den Computerpionier Michael Dell: Der zusammen mit einer Investorengruppe um die Private Equity-Gesellschaft Silver Lake und Microsoft angestrebte Börsen-Exit gerät ins Stocken. Wie der PC-Hersteller selbst bestätigt, sind mit Blackstone und dem berüchtigten Investor Carl Icahn inzwischen zwei neue Bieter auf den Plan getreten, die für die Übernahme von Dell mehr bieten könnten als der Gründer selbst. Michael Dell muss jetzt um sein Lebenswerk bangen. Anlegern winken unterdessen höhere Kurse.

Das hat sich Michael Dell etwas anders vorgestellt. Anfang Februar machte die Kunde die Runde, dass sich der Computerhersteller Dell von der Börse zurückziehen will – auf Betreiben seines Gründers, wohl gemerkt. Zusammen mit einem Investorenkonsortium unter Führung der Private Equity-Gesellschaft Silver Lake und des Software-Riesen Microsoft hat Michael Dell unter Einsatz seines Privatvermögens ein 24,4 Milliarden Dollar schweres Buyout-Angebot geschnürt.

Es ist ein Rückzug nach langer Durststrecke. Obwohl Dell weiter Milliarden verdient, ist der Computerpionier, der 1988 an der Nasdaq debütierte, an der Technologiebörse nur noch ein Schatten früherer Glanztage. Bei 13,65 Dollar, für die Dell nun das Börsenparkett verlassen will, ist die Aktie nicht mal mehr ein Viertel der früheren Allzeithochs auf dem Höhepunkt der Internet-Blase wert, als der PC-Hersteller für einen Börsenwert jenseits der 100 Milliarden-Dollar-Grenze gehandelt wurde.

Blackstone und Carl Icahn machen Druck mit besseren Geboten

Doch wie es aussieht, wird es bei diesem Abfindungsangebot für die freie Aktionäre eher nicht bleiben. Innerhalb von wenigen Tagen sind nämlich zwei weitere Übernahmeofferten aufgetaucht. Gestern bestätigten sich die Gerüchte, nach denen Finanzinvestor Blackstone seinen Hut in den Ring geworfen und ein höheres Gebot in Aussicht gestellt habe. Das Wall Street Journal berichtet von einer Offerte an Aktionäre in Höhe von 14,25 Dollar je Aktie.

Bekäme Blackstone eine Mehrheit am immer noch drittgrößten Computerhersteller zusammen, könnte das für Michael Dell weitreichende Konsequenzen haben – er könnte schlicht aus seinem eigenen Unternehmen herausgedrängt werden. Wie das WSJ berichtet, könnte Blackstone den früheren Hewlett Packard-Chef Mark Hurd als neuen CEO installieren. Hurd ist gegenwärtig Präsident bei Oracle.

Aktionäre wetten bereits auf höhere Übernahme-Offerten

Doch Dell droht auch noch Ärger von anderer Seite. Auch ein berüchtigter Finanzhai hat es nämlich nun auf den Techpionier abgesehen. Wie Dell gestern selbst bestätigte, bietet auch Carl Icahn für den Computerhersteller. Im Raum steht eine Offerte über 15,00 Dollar je Aktie. Icahn, der bereits eine Minderheitsbeteiligung an Dell besitzt, lehnt das Abfindungsangebot von Michael Dell entsprechend ab.

Der Firmengründer steckt in der Zwickmühle, sich abseits der Kapitalmärkte neu aufzustellen und eine Restrukturierung voranzutreiben. Der kriselnde Computermarkt macht dem einstigen PC-Primus zu schaffen. Die neue Wachstumsmärkte Tablet und Smartphone hat Dell komplett verschlafen.

Dells Delistingpläne könnte nun im schlechtesten Fall ohne den Firmengründer stattfinden, wenn sich genügend Aktionäre um die anderen Interessengruppen scharen. Michael Dell könnte am Ende zu einem kostspieligen Bietergefecht um sein eigenes Unternehmens gezwungen werden. In Erwartung höherer Offerten legte die Dell-Aktie gestern schon mal um drei Prozent  auf 14,50 Dollar zu.

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