App als Shopping-Ratgeber im Kaufhaus

Statt in die Schaufenster der Geschäfte sollen die Kunden auf die Displays ihrer Smartphones schauen - so stellt sich Europas größter Shopping-Center-Betreiber ECE die Zukunft vor: In Hamburg hat ECE gerade eine neue App vorgestellt, die beim Shoppen im Einkaufszentrum spezielle Angebote aus der direkten Umgebung liefern soll. Dem aktuellen E-Commerce-Boom will ECE mit Hilfe eines Mixes aus Mobil-Angeboten und der eigenen Offline-Shopping-Kompetenz begegnen.

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Entwickelt wurde die App von der Agentur Cellular, deren Geschäftsführer Birger Veit die Shopping-App als "Mall 3.0" ankündigt. "Mit ihr wandert das Schaufenster in die Hosentaschen der Kunden." Mehr noch: Die App soll der Shopping-Begleiter der Zukunft werden. Die Idee dabei stammt aus dem Empfehlungsmarketing, wie es Google oder Amazon vormachen. "Der Kunde will die richtigen Angebote, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort." Die App ermittelt den Standort des Nutzers via GPS und sendet Angebote aus der direkten Umgebung auf das Handy. Wenn dem Kunden ein Produkt gefällt, kann er es an seine Freunde auf Facebook weiterleiten. Dafür winken dem Nutzer sogar Gutscheine. 
Auch wer kein Smartphone besitzt, kann künftig interaktiv shoppen gehen. Auf einem vier mal vier Meter großen Bildschirm werden Besucher mit Angeboten, Twitter-Feeds oder Tipps von Bloggern beliefert. Über einen Touch-Screen können Sie sich interessante Inhalte näher anschauen oder Spiele spielen.
Solche Info-Screens finden sich in kleiner Form überall im Center. Für die Orientierung wird dem Nutzer der aktuelle Standort angezeigt sowie eine Navigations-Funktion angeboten (auch in 3D), die per QR-Code auf das Smartphone geladen werden kann. 
Die restlichen Service-Angebote der Future-Labs sind eher interessante Spielereien. Mall Avatar Gloria ist die Shoppingbegleiterin, die dem Kunden immer wieder an Schaltern im Center begegnet. Neben aktuellen Nachrichten (die sich längst überholt haben, wenn sie sie ausgesprochen hat) und der Navigation, spielt sie mit den Besuchern am Touch-Screen. 
Eine der Innovationen, die sich wohl nicht bewähren wird: der "Social Check-In". Der Nutzer soll sich an Internetsäulen in die sozialen Netzwerke einloggen, Fotos schießen und sie verschicken – oder einfach Neuigkeiten checken. Wer ein Smartphone hat, wird darauf vermutlich verzichten. Schließlich geht es auch ums Einkaufen. 
Grund für den Innovationsschwung ist nach Angaben Kötters übrigens keine Angst vor dem Online-Handel oder Rückgänge der Besucherzahlen. "Wir haben den Umschwung noch nicht nötig. Unsere Besucherfrequenzen und Umsätze sind stabil." Aber: "Online-Händler machen einige Dinge fantastisch. Wir haben uns gefragt: Was können wir von den Online-Händlern lernen?" Das Projekt könnte sich auch in Hinsicht auf die Kundschaft von morgen positiv auswirken. "Durch die Einbindungen neuer Medien möchten wir gezielter online-affine Kundengruppen ansprechen", sagt Sandro Schramm, Head of Commercial International Retail des Mode-Labels s.Oliver. 
Die Testläufe der ECE-Kette laufen 1,5 Jahre und sollen stetig angepasst werden. Die Standorte, Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg und Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen, zählen zu den größten Einkaufspassagen Deutschlands.
Die App gibt es seit dem 20. März zum Download, vorerst allerdings nur für das iPhone (Android-App folgt am 15. Mai).
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