Spar-Axt: WAZ streicht wohl weitere 200 Jobs

Publishing Neuer Name, alte Probleme: Aus der WAZ-Mediengruppe wurde gerade erst die Funke-Mediengruppe. Doch auch unter neuer Flagge sparen die Essener wohl massiv weiter. Im Januar wurden bereits die rund 120 Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau entlassen. Jetzt trifft es offenbar weitere 200 Stellen, allerdings nicht nur in den Redaktionen. Gegenüber MEEDIA stellte der Verlag fest, dass es nicht um Entlassungen gehen würde, "sondern um Personalabbau". Von Entlassungen "ist nicht die Rede".

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In seinem Blog berichtet der freie Journalist Karlheinz Stannies, der sich selbst als "ziemlich gewerkschaftsaktiv" bezeichnet, dass die Betriebsräte am Mittwoch von der neuen Kündigungswelle erfahren hätten. Am Nachmittag habe es eine kurze Information im Intranet der Funke-Gruppe gegeben. Stannies zitiert daraus: "Die Entscheidung, uns von Personal zu trennen, ist uns mehr als schwer gefallen." Die Maßnahme sei mit "Umsatzrückgängen in Millionenhöhe" begründet worden. Man müsse "jetzt handeln" und durch die Kostensenkung "Freiraum für neue Produkte" schaffen. Das Schreiben ende mit dem Satz: "Mit dem neuen Namen ‚Funke‘ betonen wir unsere Tradition als Familienunternehmen."
Laut Newsroom.de, denen nach eigenen Angaben ebenfalls eine Mitarbeiterinformation vorliegt, werden von den Stellenstreichungen sowohl das Content Desk für die NRW-Titel als auch die profitablen Anzeigenblätter und der Anzeigenbereich betroffen sein. Wer konkret seinen Job verliert, dazu heißt es demnach: "Ihr Vorgesetzter wird Sie zeitnah über die Details informieren".
Die Mediengruppe wolle bei den Stellenstreichungen jedoch "so sozialverträglich wie nur möglich handeln." Im Schreiben wird zudem Aldi mitverantwortlich für den nötigen Stellenabbau gemacht: "Unsere Anzeigenerlöse haben sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch verringert. Discounter werben immer weniger in der Gattung Tageszeitung, auch die Handelsbranche spart. Aldi prüft bereits in mehreren Regionen den Verzicht auf Printwerbung", zitiert Newsroom aus der Mitarbeiter-Information.
Mitte Januar sorgten Essener bereits für ein Novum in der deutschen Zeitungslandschaft. Die WAZ-Mediengruppe feuerte die gesamte Belegschaft der Westfälischen Rundschau. Die Zeitung erscheint jedoch weiterhin. Die lokalen Inhalte für die Zeitung kommen ab Februar von Westfalenpost (WAZ-Gruppe), den Ruhr Nachrichten (Lensing-Wolff) und dem Hellweger Anzeiger (Verlag Rubens).

Begründet wurde damals der Schritt mit dem Umstand, dass die Tageszeitung „noch nie einen Cent Gewinn gemacht“ hätte.

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