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Presserat rügt Bild gleich fünf Mal

Diesmal macht die Bild dem Deutschen Presserat so richtig Arbeit. Gleich fünf Mal missfiel den Medienwächtern die Berichterstattung der Online- und Print-Redaktion der Boulevard-Marke. Insgesamt sprachen drei Beschwerdeausschüsse acht Rügen aus. Zudem erkannten die Berliner in einen In-Bericht zu Barbara Becker, dass „die Grenze zur Schleichwerbung deutlich überschritten“ wurde. Abgelehnt wurde dagegen eine Beschwerde von „Pussy Riot“ gegen die FAS.

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Bild Online erhielt eine öffentliche Rüge für die Berichterstattung über einen Hubschrauberpiloten, der über einer Autobahn abgestürzt und ums Leben gekommen war. Illustriert war das Stück mit einem Foto des Mannes. „Das Foto des Mannes hätte nicht ohne Einwilligung der Hinterbliebenen und schon gar nicht in einer solchen Fotomontage gezeigt werden dürfen. Der Schutz der Privatheit überwog hier deutlich das öffentliche Interesse“, erklärt der Presserat.
Aus demselben Grund wurde auch die Bild Hamburg gerügt. Die Regionalausgabe hatte ebenfalls ein Unfallopfer gezeigt.

Eine weitere öffentliche Rüge sprachen die Medienwächter gegen Bild Online aus. In seiner Berichterstattung über den Tod einer Frau wurde diese als „Nymphomanin“ bezeichnet.  Der Artikel enthält ein Foto der Toten und nennt ihren abgekürzten Namen, Spitznamen und ihr Alter. Der Ausschuss erkannte darin einen schweren Verstoß gegen Richtlinie 8.1 zur Nennung von Namen und Abbildungen.

Passend dazu erhielt auch Bild Online noch eine Rüge für die Berichterstattung über eine Autounfall, bei dem in zwei Artikeln der Vorname und abgekürzter Nachname des Unfallverursachers genannt sowie persönliche Details aus seinem Leben. Zudem rügten die Berliner Bild und Bild Online für die Berichterstattung über den Prozess gegen einen 76-Jährigen Mann, der seine Frau mit einer Axt erschlagen hatte.

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Neben dem Boulevard-Blatt und –Portal wurde auch In – Das Star & Style Magazin gerügt. In einem Beitrag über den Redaktionsbesuch von Barbara Becker wurde auch die Schmuckkollektion der ehemaligen Frau des Tennisspielers vorgestellt. „Beschrieben wurden die Schmuckstücke mit Formulierungen wie „Design für die Sinne“, „Zaubert einen Hauch Magie in den Alltag“ und „Davon kann Frau nie genug bekommen“. Zudem wurden Fotos der Objekte veröffentlicht, Preise und eine Bezugsquelle genannt“, erklärt der Presserat. Für ihn war damit die Grenze zur Schleichwerbung überschritten.

Zwei nicht-öffentliche Rügen gab es dagegen gegen die Mittelbayerische Zeitung und Sächsische Zeitung und deren Online-Ausgabe aus, weil Datenschutzregeln gravierend verletzt wurden.

Abgelehnt wurde hingegen die Beschwerde von Nadezhda Tolokonnikova, Mitglied der russischen Band „Pussy Riot“, gegen einen Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Nach Meinung des Presserates lag kein Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht vor. Der Autor verglich die Aktivistengruppe wegen ihrer Provokationen sowie unter dem Vorwurf der Instrumentalisierung eigener Kinder bzw. mangelnder Rücksicht auf sie mit der ersten Generation der RAF. Tolokonnikova hatte beim Presserat die Darstellungen als sachlich unzutreffend und den Vergleich mit der RAF als ehrverletzend kritisiert.

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