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Kampf um das Erbe des Google Reader

Google wird zum 1. Juli seinen beliebten Google Reader einstellen. Nach dem ersten Ärger suchen die Nutzer bereits nach Alternativen, verschiedene Angebote bringen sich in Stellung. Vor allem Feedly scheint zu profitieren. Der Social-Bookmark-Dienst digg will ebenfalls Nutzer abgreifen. Die Verantwortlichen kündigten an, einen eigenen Reader anbieten zu wollen. Andere Nutzer versuchen Google mit einer Petition zu überzeugen, beim Reader nicht den Stecker zu ziehen.

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"Der Feedreadermarkt hat nur Bewegung gebraucht, die er jetzt bekommen wird", schrieb Marcel Weiss gestern auf Neunetz und wertete "das Ende des Feedreaders von Google als die bis dato beste Technachricht des Jahres." Denn so werde es nun endlich wieder Innovationen auf diesem Markt geben. Offenbar behält Weiss Recht.
Der bekannte Social Bookmarking Dienst digg kündigte gestern einen eigenen Reader an. Man habe bereits geplant, in der zweiten Jahreshälfte mit einem solchen Produkt auf den Markt zu kommen, schreibt Andrew McLaughlin im Unternehmensblog. "Nach Googles Ankündigung schieben wir das Projekt an die Spitze unserer Prioritätenliste", heißt es weiter.  "Wir werden einen Reader erstellen und beginnen damit heute", so Andrew McLaughlin. Dafür bittet digg auch um Hilfe von Seiten der Nutzer. Wer etwas beisteuern könne, solle sich melden.
Man hoffe, die besten Features des Google Readers wieder aufleben zu lassen, was auch die API beinhalte. Das werden viele Entwickler mit Freude und Hoffnung hören, denn zahlreiche Dienste basieren auf eben jener API. Wenn im Juli der Reader Geschichte ist, werden auch andere Angebote womöglich den Dienst einstellen müssen, sofern sie keine Alternative finden.
Eine solche hat Feedly offenbar bereits gefunden. Schon kurz nach Google Ankündigung vermeldete der Dienst, dass er auch nach dem Ende des Google Reader weiter funktionieren werde und lud RSS-Leser ein, Feedly zu testen. Den Umstieg macht man den Nutzern dabei denkbar leicht. Der Einladung folgten offenbar viele: Bereits am selben Tag sah man sich gezwungen die Bandbreite durch neue Server zu erweitern. Konkret habe man die Bandbreite verzehnfacht, schreiben die Verantwortlichen.
Auch bei den Downloads macht sich bemerkbar, dass zahlreiche Personen bereits jetzt nach Ersatz für den Google Reader suchen. Im AppStore ist die App des Dienstes bereits die Nummer eins in der Kategorie Nachrichten bei den freien Apps. Und auch im PlayStore für Android zählt die Anwendung zu den aktuell erfolgreichsten kostenlosen Angeboten.
Nicht wechseln will der New Yorker Dan Lewis. Er hat auf Change.org eine Online-Petition eingereicht, in der er Google auffordert, den Reader weiter zu betreiben. Die Petition haben nach einem Tag bereits fast 100.000 Menschen unterzeichnet. Ob sie Google vom Vorhaben abbringt darf jedoch bezweifelt werden.

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