Justin Biebers Ritterschlag für Instagram

Publishing Es waren zuletzt nicht die einfachsten Tage für Justin Bieber. Häme und Shitstorms auf Twitter und Facebook. Abgesänge in der Klatschpresse. Ist das 19-jährige Teenie-Idol etwa am Ende? Justin Bieber reagierte standesgemäß: im Social Web natürlich. Genauer: auf Instagram! Und das auf seine ganz eigene Art: in einem 2000-Zeichen-Rant zu einem Schwarzweiß-Foto. Ganz nebenbei hat Justin eine neue Kunstform geschaffen: Den Popstar-Post im App-Zeitalter.

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Justin Bieber hat zuletzt einiges einstecken müssen. Seine Fans ließ er bei einem Konzert zwei Stunden warten, es folgten Buhrufe. Auf Twitter gingen Schmähungen und Spott weiter. Die Medien schossen sich auf das 19-jährige Teenie-Idol ein.

Zu viel war zu viel. Zeit, um einmal Grundsätzliches zu klären, dachte sich Justin Bieber und tippte mal drauf los. Herausgekommen ist ein 2000 Zeichen bzw. 315 Worte langer Rant, der es  – wenn auch weitgehend frei von orthografischen Regeln –  in sich hatte. Er sei der „zahllosen Lügen in der Presse so müde“, ließ Bieber seine Fans wissen.  

„Wenn jemand glaubt, ich bräuchte eine Entziehungskur, dann ist das seine eigene Blödheit. Lol. Ich bin 19 mit 5 Nummer eins Alben, 19 und habe die ganze Welt gesehen. 19 und habe mehr erreicht als ich je zu träumen gewagt habe. 19 und das muss sich unheimlich für Leute anfühlen, dass das erst der Anfang ist.“ Was man so eben mit 19 schreibt.

„Lest es selber“: Bieber-Rant nicht auf Twitter oder Facebook zu lesen…

Die eigentliche Nachricht des Bieberschen Essays ist jedoch das Medium, auf dem er seine Botschaft verkündete. Der mit 36 Millionen Followern unangefochtene Twitter-König teilte sich nämlich nicht über den 140-Zeichen-Dienst mit – er hätte dafür 15 Tweets  benötigt, die auch beständig mitten im Satz abgebrochen wären.

Nein, auch Facebook wurde nicht mit Biebers Ergüssen beehrt, was angesichts der Öffentlichkeit von über einer Milliarde Nutzern (51 Millionen davon sind tatsächlich Bieber-Fans) zunächst überrascht. Auf dem weltgrößten Social Network erschien lediglich die Mitteilung, dass Bieber etwas mitgeteilt hatte. „Lest es selber“, ließ das Teenie-Idol seine Fans etwas patzig wissen. Darunter: ein Link.

…sondern exklusiv auf Instagram!

Dieser Link, den Bieber auch auf Twitter postete, ist so etwas wie Social Media-Geschichte. Er macht nämlich deutlich, welches Social Network Bieber für am Wichtigsten erachtet. Tatsächlich: Der Bieber-Rant ist exklusiv auf Instagram zu lesen!

Der Ritterschlag überrascht: Instagram ist schließlich in allererster Linie eine Foto-App! Inzwischen 100 Millionen Nutzer posten und teilen dort bereits Bilder – Bilder wie die Schwarzweißaufnahme Biebers vor seinen Fans mit eben jener epischen – oder weniger epischen – Begleitbotschaft auf 2000 Zeichen, wo man sie am wenigsten erwartet.

Doch die Bieber-Botschaft kam an. 500.000 Followern gefiel das Foto nach nur 7 Stunden, mehr als 50.000 Kommentare sammelten sich in der Zeit an. Es ist wohl keine Übertreibung, von Instagrams Hudson River-Moment zu sprechen.

Twitters Topstar Bieber macht Twitter-Problem deutlich

Die Bedeutung wurde in der Techbranche geteilt: „Justin Bieber hat gerade diese neue, erstaunliche Anwendung von Instgram erfunden“, feierte Henry Blodget den Jungstar. „Bieber hat damit das Hauptproblem von Twitter gelöst – und sich Traffic vom verhassten Erzrivalen schicken lassen. (Aufwachen, Twitter!)."

Der zuletzt so hochgelobte 140-Zeichen-Dienst wurde damit unliebsam auf sein Uraltproblem hingiewiesen – und das auch noch von seinem größten Aushängeschild. Zur Erinnerung: Niemand hat mehr Follower als Justin Bieber. Man kann sagen, der wütende Teenager mischt in diesen Tagen einiges auf.

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