Anzeige

Kirch: Richterschelte gegen Deutsche Bank

Die Deutsche Bank lässt nicht locker. Im seit 10 Jahren währenden Prozess zwischen dem inzwischen verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch und dem Dax-Konzern ist das Urteil gesprochen, doch die Deutsche Bank akzeptiert es nicht. Das größte Kreditinstitut der Republik zieht vielmehr vor den Bundesgerichtshof. Das Oberlandesgericht München rügte die Deutsche Bank im 116 Seiten starken Urteil unterdessen schwer: Von "Falschaussage und bewusster Verheimlichung" ist die Rede. Die Höhe des Schadensersatzes muss noch verhandelt werden.

Anzeige

Deutliche Worte vom Oberlandesgericht München: Der frühere Deutsche Bank-Chef Breuer habe "im Verfahren nachweislich falsch vorgetragen" und Sachverhalte "bewusst verheimlicht", heißt es in der 116-seitigen schriftlichen Urteilsbegründung.

Die Deutsche Bank will davon unterdessen nichts wissen: „Wir haben nach Analyse des Urteils Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt", erklärte gestern ein Sprecher. "Wir halten die Entscheidung aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen für falsch."

Im seit 11 Jahren währenden Prozess zwischen dem inzwischen verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch und dem Dax-Konzern wurde Mitte Dezember das Urteil, aber noch nicht die Höhe der Schadensersatzzahlung verkündet.

Die Kirch-Erben verlangen rund zwei Milliarden Euro. Das Gericht sagte jedoch bereits, der Schaden läge zwischen 120 Millionen und 1,5 Milliarden Euro. Leo Kirch hatte der Deutschen Bank vorgeworfen, zu großen Teilen am Ruin seines Medienimperiums schuld zu sein.

Hintergrund ist eine TV-Äußerung aus dem Jahr 2002 des damaligen Deutsche Bank-Chefs Breuer. Der sagte seinerzeit: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen." Nach dem Tod von Leo Kirch haben seine Erben den Rechtsstreit fortgesetzt.

Deren Anwalt Peter Gauweiler sprach nach dem Urteil im Dezember von einem „sehr, sehr großen Erfolg“ für seine Mandanten. Oberlandesgerichts-Richter Guido Kotschy sagte, die Erklärungen der Deutschen Bank seien nicht plausibel. Die Verteidigung hatte sich darauf berufen, dass der Kirch-Konzern zum Zeitpunkt der umstrittenen Äußerung von Rolf Breuer bereits zu stark geschädigt gewesen sei.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige