Desaster-Woche für Spiegel, stern und Focus

Publishing Der schwächste Spiegel seit Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er-Jahre, der zweitschwächste stern in dieser langen Zeit und der schwächste Focus aller bisherigen Zeiten. Die Heftwoche 6/2013 hat den drei großen Wochenmagazinen katastrophale Zahlen beschert. Auf diese miesen Werte herab gerutscht sind die drei Magazine mit zwei Themen: der Spiegel mit "Deutschlands gescheiterter Familienpolitik", stern und Focus mit der Sexismus-Debatte, die ein stern-Porträt über Rainer Brüderle ausgelöst hatte.

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Nur 248.006 Leute griffen am Kiosk laut nun veröffentlichter IVW-Daten zum Spiegel 6/2013 mit dem Titel "Das Sorgenkind – Deutschlands gescheiterte Familienpolitik" – das ist der schwächste jemals seit Start der IVW-Heftauflagenmessung Mitte der 1990er-Jahre ermittelte Wert. Der bisherige Minusrekord aus dem Frühjahr 2012 wurde noch einmal um fast 10.000 Einzelverkäufe unterboten. Und: Der aktuelle 12-Monats-Durchschnitt (302.000) liegt um mehr als 50.000 Exemplare darüber, der 3-Monats-Durchschnitt (276.000) - ohnehin schon ein Schatten vergangener Spiegel-Jahre - wurde noch einmal um mehr als 27.000 Exemplare unterboten.

Besonders bitter sind die Zahlen beim stern. Zwar wurde hier der historische Minusrekord aus dem Sommer 2012 knapp verfehlt, doch die 221.763 Einzelverkäufe der Ausgabe 6/2013 sind der zweitschwächste in der IVW-Historie gemessene Wert. Besonders bitter deswegen, weil auf dem Titel die vom stern selbst ausgelöste Sexismus-Debatte thematisiert wurde. "Der tägliche Sexismus – Nach dem stern-Bericht über Rainer Brüderle: Frauen erzählen, welchen Respektlosigkeiten sie im Beruf ausgesetzt sind – und wie sie damit umgehen" stand auf dem Cover – und interessierte am Kiosk eben nur 221.763 Leute. Zum Vergleich: Der 12-Monats-Durchschnitt liegt bei 254.000, der 3-Monats-Durchschnitt bei 245.000.

Einen neuen Minusrekord gab es hingegen beim Focus: Nie zuvor verkaufte sich eine Ausgabe des Magazins am Kiosk so schlecht wie Heft 6/2013: Ganze 66.072 griffen zu, der Tiefstwert von Ende 2009 wurde noch einmal unterboten. Und auch der Focus machte mit der Sexismus-Debatte auf, die sich für die Wochenmagazine damit als absolutes Kassengift erwies: "Sexismus-Debatte: Was darf Mann noch? – Focus gibt Antworten auf eine heikle Frage" stand auf dem Cover – und zusätzlich "Plus Psycho-Test: Bin ich ein Sexist?" Wissen wollten das wie gesagt nur 66.072 Kiosk-Käufer.

Kleiner Trost für die Macher: In der Woche 7 ging es zumindest bei stern und Focus, deren Zahlen bereits vorliegen, wieder spürbar nach oben. Dazu in der kommenden Woche mehr, wenn auch der Spiegel-Wert verfügbar ist.

  

Sämtliche Heftauflagen von Spiegel, stern und Focus können Sie jederzeit mit unserem Cover-Check-Tool recherchieren.

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