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„Cyborgs“: der Anti-Hype um Google Glass

Gestern noch die Zukunft, heute nur ein Treppenwitz der Technlogie-Geschichte? Schwamm Google Glass lange Zeit auf einer Welle der Euphorie von Bloggern und Tech-Jüngern, scheint die Stimmung langsam zum kippen. Kritik am Privacy-Konzept der Datenbrille macht sich breit, das Web macht sich zunehmend lustig über die Technologie. Restaraunts erteilen Google-Brillenträgern sogar schon vor dem offiziellen Launch Hausverbot. Wird Google Glass zum nächsten Privatsphären-Zankapfel?

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Was war der Hype um Google Glass groß. Die Techszene war sich sicher: Das ist das nächste große Ding. Nun stehen erste Preise für Tester fest und ein Launchdatum ist in Sicht. Scheinbar ist das genau die richtige Zeit für großangelegte Kritik an der Technologie. Denn seit einiger Zeit mehren sich die humorvollen Parodien die Datenbrille aus Palo Alto, und Kritik wird zunehmend lauter.

So erteilte ein Café in Seattle im US-Bundesstaat Washington ein Hausverbot für Google-Glass-Besitzer, bevor die Technik überhaupt auf dem Markt ist. Auf der Facebookseite ließ der Besitzer verlauten, dass Träger einer Datenbrille ausdrücklich nicht willkommen seien. Sogar ein eigenes Logo kreierte man für die Google-Glass-freie Zone.

Unterstützung bekommt das Café von einer Vereinigung namens “Stop the Cyborgs”, die als direkte Antwort auf Google Glass gegründet worden war. Die Macher haben das Ziel, eine Zukunft nicht-existenter Privatsphäre und unternehmerischer Kontrolle zu unterbinden. In einem Manifest stellen sie die Frage: Wären Sie jemals auf die Idee gekommen, eine verstecke Spy-Cam zu tragen oder Unterhaltung aufzuzeichnen? Denn bald würde das jeder tun und jeden ungewöhnlich finden, der sich dagegen wehrt.

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Dabei scheint den Google-Glass-Kritikern vor allem zu missfallen, dass das Gegenüber keinen Einblick darüber hat, wann und ob der Träger aufzeichnet. Angestoßen hat die Privacy-Debatte der Blogger Mark Hurst. Auch der Guardian äußerte sich kritisch zum Thema. Dieses Manko hat auch schon die Kult-Comicreihe “Joy of Tech” thematisiert. In einem Comicstrip wird der Google-Glass-Besitzer anfangs noch bewundert. Doch die Bewunderung schlägt schnell um in Ablehnung.

Einen ganz anderen Ansatz wählte YouTube-Nutzer DartanionLondon. Er ließ Schauspieler ein Date nachstellen, bei dem der Mann Schützenhilfe von Google bekommt. Es kommt, wie es kommen musste: Um die Frau von sich zu überzeugen, wird gegoogelt, was das Zeug hält. Allerdings ist der Technoromantiker schon bald so abgelenkt von den Möglichkeiten, die Google Glass bietet, sodass das Date schlussendlich ins Wasser fällt.
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Der Suchmaschinenbetreiber wird sich an der Kritik wohl kaum stören. Ein Pendant zum roten Aufnahmelicht einer Kamera ist nicht angekündigt. Neben Clouddiensten hat sich Google darauf spezialisiert, Alltagsgegenstände zu smarten Gadgets umzufunktionieren. Der neueste Wurf ist nach selbstfahrenden Autos und der Datenbrille der “Talking Shoe” – ein Sneaker, der sich mit dem Smartphone verbindet und seinem Träger permanent Feedback gibt. Ein Vorteil hat die Google-Gamasche allerdings: Fotos schießen kann sie noch nicht.

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