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IVW: Wall Street Journal startet verhalten

Die mit Spannung erwarteten ersten offiziellen Traffic-Zahlen des deutschen Wall Street Journals sind da - und sie sind recht ernüchternd. 630.323 Visits erzielte das Angebot demnach im Februar, darunter 523.085 redaktionelle Visits aus dem Inland. Damit hat das WSJ nicht den Hauch einer Chance auf den Einzug in die Top 50 der Nachrichten-Websites, liegt auf Rang 93 hinter Angeboten wie der Rhein-Neckar-Zeitung oder der Allgäuer Zeitung. Vorn gewannen Spiegel, Focus und FAZ im Februar Marktanteile.

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Insgesamt war der Februar logischerweise von Traffic-Verlusten geprägt. Mit 28 Tagen war der Monat nunmal drei Tage kürzer als der Januar, ein Minus von ca. 10% wäre demnach recht normal. Tatsächlich büßten die etwa 220 von MEEDIA als Nachrichten-Website eingeordneten Angebote 7,3% gegenüber dem Januar ein, kamen statt auf 853 Mio. redaktionelle Inlands-Visits nur noch auf 790 Mio.

In der Top 50 verloren sage und schreibe 47 Kontrahenten Besuche, einzig N24, mz-web.de aus Halle und das seit Januar existierende Sammel-Angebot Rhein Main Presse aus Allgemeiner Zeitung, Wiesbadener Kurier, etc. gewannen im Februar redaktionelle Inlands-Visits hinzu. In einem solchen Monat voller Minuszeichen ist der Blick auf die von MEEDIA errechneten Marktanteile um so spannender, zeigt sich hier doch sehr anschaulich, wie sich die einzelnen Kontrahenten gegenüber der Konkurrenz entwickelt haben – unabhängig von Sonder-Effekten wie einem 28-Tage-Monat.

So können sich Spiegel Online, Focus Online und FAZ.net innerhalb der Top Ten beispielsweise durchaus als Gewinner fühlen. Ihr Visits-Minus liegt klar unter dem des Gesamtmarktes und so gewannen sie 0,40, 0,28 und 0,10 Marktanteilspunkte hinzu. Nach unten ging es in der Top Ten hingegen vor allem für stern.de, das 15,7% der Visits verlor und damit 0,24 Marktanteilspunkte. Weiter hinten rauschten in der ersten Hälfte unserer Top 50 auch das Hamburger Abendblatt, der Express und die Augsburger Allgemeine nach unten.

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Der große Verlierer auf den Plätzen 26 bis 50 ist die Berliner Zeitung. Das gigantische Visits-Plus von 100%, das der Website zwischen November und Januar wohl vor allem Verlinkungen auf der AOL-Homepage beschert hatten, ging nun wieder um ein Drittel zurück. Mit 2,05 Mio. redaktionellen Inlands-Visits liegt man dennoch klar über den November-Zahlen.

Mehr als 0,01 Marktanteilspunkte verloren zudem die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und die Neue OZ, nach oben ging es hier hingegen für die WirtschaftsWoche, OVB24, mz-web.de, suedkurier.de, die Rhein Main Presse, mainpost.de und NWZonline.

Der Neuling Wall Street Journal Deutschland folgt wie erwähnt auf Platz 93 unseres Rankings. Mit 523.085 redaktionellen Inlands-Visits hat man vorerst nicht den Hauch einer Chance gegen die Konkurrenz wie Handelsblatt, manager-magazin oder WirtschaftsWoche. Natürlich muss man bei den Zahlen bedenken, dass einige Inhalte des WSJ hinter einer Bezahlschranke liegen, die den Traffic negativ beeinflusst. Dennoch: Ein paar mehr Visits als die nun erreichten, hatte man sicher erwartet. Immerhin: Das lange Jahre vernachlässigte capital.de (446.104) hat das WSJ klar geschlagen.

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