Trotz guter Zahlen: Börse bestraft Springer

Die Vorfreude kam zu früh: "Das Jahr 2012 markiert für Axel Springer eine Zeitenwende", erklärte Vorstandschef Mathias Döpfner gestern zur Verkündung der Jahresbilanz. Zwar konnte der MDax-Konzern die Umsatzüberrundung des Zeitungsgeschäfts durch die digitalen Medien vermelden, doch ebenfalls nur noch marginal steigende Gewinne. Der Zeitenwechsel wird nämlich mit steigenden Investitionen bezahlt. Die Aktie kam nach Bekanntgabe der Jahresbilanz unter die Räder.

Anzeige

Die Vorfreude kam zu früh: "Das Jahr 2012 markiert für Axel Springer eine Zeitenwende", erklärte Vorstandschef Mathias Döpfner gestern zur Verkündung der Jahresbilanz. Zwar konnte der MDax-Konzern die Umsatzüberrundung des Zeitungsgeschäfts durch die digitalen Medien vermelden, doch ebenfalls nur noch marginal steigende Gewinne. Der Zeitenwechsel wird nämlich mit steigenden Investitionen bezahlt. Die Aktie kam nach Bekanntgabe der Jahresbilanz unter die Räder.

Es sind große Tage an der Börse: Allzeithoch im Dow Jones, Jahreshoch im Dax, Allzeithochs im Nebenwerte-Index MDax, dem auch die Axel Springer AG angehört. Doch Aktionäre von Deutschlands größtem Zeitungsverlag, der sich anschickt, das "führende digitale Medienunternehmen" zu werden, hatten gestern keine Freude an ihren Investment: Die Springer-Aktie brach gestern nach Vorlage der Jahresbilanz in der Spitze um 8 Prozent ein. Am Ende des Handelstages blieb immer noch ein Minus 6 Prozent.

Börsen-Enttäuschungen sind für Springer-Aktionäre tatsächlich nichts Neues: Die Berliner sind seit geraumer Zeit ein beständiger Underperformer an den Aktienmärkten. Auf Jahressicht hat die Axel Springer AG das fragwürdige Kunststück fertig gebracht, nunmehr mit fünf Prozent hinten zu liegen, während die deutschen Leitindizes haussieren – der Dax liegt im Vergleichzeitraum um 18 Prozent, der Vergleichindex MDax sogar um 25 Prozent vorne. Immer noch läuft Springer dagegen seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2007 hinterher, das nun schon wieder um 20 Prozent  in die Ferne gerückt ist.

Scout24-Gruppe potenzieller Übernahme-Kandidat

Woran liegt es also, dass an der Börse einfach keine Aufbruchststimmung aufkommen, wo Konzernchef Döpfner doch selbst die Zeitenwende verkündet? Eben genau daran: Der totale Eintritt ins Digitalzeitalter hat seinen Preis. "Wir wollen den digitalen Umbau des gesamten Unternehmens deutlich forcieren, um unsere Position als Vorreiter der Digitalisierung weiter auszubauen", erklärte Döpfner. Die Börse hörte aus der vollmundigen Ankündigung vor allem eines heraus: steigende Kosten.

Das kommt bei Anlegern gewöhnlich nicht gut an. Schnell kochen Spekulationen hoch, wo Springer weiter zukaufen könnten. So wird Konzern wird als möglicher Käufer der Scout24-Gruppe (Immoscout24, Autoscout24, TravelScout24)  gehandelt, die sich noch mehrheitlich im Besitz der Telekom befindet.

Analysten über Kurspotenzial gespalten

"Sollte die Scout-Gruppe verkauft werden, sind wir geradezu gezwungen, es uns anzugucken", erklärte Döpfner gestern in der anschließenden Telefonkonferenz. So strategisch logisch der Zukauf erscheint, so teuer könnte er doch bezahlt sein: Will Springer die Scout24-Gruppe ganz übernehmen, könnten dafür bis zu 1,5 Milliarden Euro fällig werden, kalkulieren Analysten.

Entsprechend vage schätzen Volkswirte aktuell die Perspektiven der Aktie ein. Für die Analysten von JP Morgan ist die Axel Springer AG aktuell nur eine Halteposition. Harald Heider von DZ Bank ist dagegen optimistischer und gibt als Kursziel die Marke von 42,50 Euro aus.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige