Time Warner stößt Verlagsgeschäft ab

Es ist offiziell: Der US-Medienriese Time Warner wird sich von seinem Verlagsgeschäft bis Ende des Jahres trennen. Time Inc., das so renommierte Titel wie Time, People, Fortune Magazine und Sports Illustrated verlegt, wird im Zuge der Ausgliederung als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht. Die bisherige Vorstandsvorsitzende Laura Lang erklärte daraufhin ihren Rücktritt. Zuvor waren Verhandlung über eine Übernahme durch die Meredith Corporation gescheitert.

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Es ist die dritte Unternehmensabspaltung bei Time Warner in wenigen Jahren: Nachdem das Kabelgeschäft in Time Warner Cable und die Internetaktivitäten in AOL ausgliedert wurden, trennt sich der US-Medienriese nun auch von seinen Verlagsaktivitäten. Time Inc. heißt die neue Gesellschaft, die alle renommierten Print-Titel in seine Geschäftstätigkeit einbringt: Time, People, Fortune Magazine oder Sports Illustrated.

Nur die bisherige Vorstandsvorsitzende nicht. Laura Lang erklärte ihren Mitarbeitern den Abschied nach nur einem Jahr: "Ich habe mich entschlossen, dass der Übergangsprozess zu einem börsengelisteten Unternehmen nicht das ist, wo meine Leidenschaft liegt", so Lang in ihrer Abschiedsmail.

Trennung von Warner und Time Inc. 24 Jahre nach dem Zusammenschluss

Das wird nun aber der Weg sein, den die zuletzt kriselnden Verlagsaktivitäten von Time Warner bis Ende des Jahres einschlagen sollen. Verkaufsverhandlungen, über die bereits vor drei Wochen spekuliert worden war, wurden mit der Meredith Corporation geführt, die 2005 Frauenmagazine von G+J übernahm. Sie verliefen jedoch ergebnislos.

Nun der Spin-Off als Aktiengesellschaft, der den Mutterkonzern mit seinen Kernkompetenzen zurücklässt  – dem boomenden TV- und Filmgeschäft.  Fast auf den Tag genau 24 Jahre nach dem Firmenzusammenschluss trennen sich nun wieder die Wege beiden einstigen Mediengiganten. Time Inc. ist dabei eindeutig der schwächere Teil. 

Time Warner-Aktie legt nach Handelsschluss zu

Die Abspaltung war keine Überraschung, da sich das Verlagsgeschäft von Time Inc. zuletzt rückläufig entwickelte. Bei den im Februar vorgelegten Quartalszahlen gingen die Umsätze um 7, die Gewinne sogar um 25 Prozent zurück. Als erste Sparmaßnahme hatte der US-Medienkonzern 500 Stellenstreichungen beim Time Magazine angekündigt.

"Time Inc. wird von der Flexibilität als eigenes Unternehmens profitieren", gab Time Warner-CEO Jeff Bewkes der angestoßenen Tochter mit auf den Weg. Die Wall Street reagierte auf die nach Handelsschluss bekanntgegebene Neuigkeit mit Kursaufschlägen für Time Warner: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um knapp zwei Prozent zu.

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