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iPad: Kind verzockt 2.000 Euro in 10 Minuten

Ein fünfjähriger Junge aus Großbritannien hat mit dem iPad-Spiel Zombies vs. Ninjas über 1.700 Britische Pfund verzockt. Das entspricht knapp 2.000 Euro! Das Spiel selbst ist gratis, allerdings kann man zahlreiche kostspielige Extras gegen Geld erwerben - eine mittlerweile beliebte Abzock-Masche bei vermeintlich kostenlosen App-Spielen. Apple verweist auf eingebaute Parental-Controls. Aber viele Eltern kennen diese eingebauten Schutz-Mechanismen bei iPad und iPhone gar nicht.

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Eine Packung mit 333 Bomben bei “Zombies vs. Ninjas” kostet knapp 90 Euro. Genauso teuer ist das Paket mit 90.000 Dart-Pfeilen. Auch beim überaus beliebten Kampf-Strategiespiel “Clash of Clans” kann man für 89,90 Euro eine “Juwelentruhe” erwerben. Beim niedlichen Aufbau-Spiel “Das Schlumpfdorf” kann man mit echtem Geld die Spiele-Währung “Beeren” kaufen. Eine „Smurf Offer” beläuft sich dann schon mal auf knapp 22 Euro. Die “Juwelen” und “Beeren” sind freilich nur ein paar Code-Pixel, eine virtuelle Währung im Spiel, die aber in der Realität vom Kreditkartenkonto abgebucht wird.

Im Falle des britischen Jungen summierten sich die innerhalb von nur zehn Minuten gekauften Spiele-Extras bei “Zombies vs Ninjas” auf erkleckliche 1.710, 43 Britische Pfund Sterling (rund 1.967 Euro). Da hat die Kreditkarte von Mama und Papa so richtig geglüht. Im Telegraph schildert die Mutter, wie es dazu kommen konnte: Der Junior hat gequengelt und beteuert, das Spiel sei “gratis”. Ein Blick auf den App-Store bestätigte, dass es sich um ein Gratis-Spiel handelt, schwupps wurde dem Junior das Passwort für den App-Store ausgehändigt und die (Ab)Zockerei nahm ihren Lauf. Eine Situation, die vielen Eltern mit iPad bekannt vorkommen dürfte.

Mittlerweile wimmelt es im App-Store von Apple von “Gratis”-Spielen, die darauf setzen, dass der Umsatz durch so genannte In-App-Purchases kommt – also Einkäufe, die innerhalb der App getätigt werden. Vielen Eltern ist dieser Mechanismus nicht bewusst, den Kindern schon gar nicht. Für die lieben Kleinen ist es nur ein Klick auf dem elterlichen iPad. Dass dadurch echtes Geld in nicht eben geringen Summen den Besitzer wechselt, verstehen sie nicht.

Die 1.700 Pfund aus Großbritannien sind natürlich ein besonders krasser Fall. In geringerem Umfang haben aber schon zahlreiche Eltern Bekanntschaft mit dem tückischen Geschäftsmodell In-App-Purchase gemacht. Nicht umsonst ist “Clash of Clans” seit Wochen unangefochten die umsatzstärkste App im deutschen App-Store. Bei dem Spiel “Das Schlumpfdorf”, das sich explizit an kleinere Kinder richtet, haben die Macher mittlerweile eine Warnung in den App-Store geschrieben, der auf die Eltern-Kontrollen von iPhone und iPad hinweist.

Auch Apple hat in einer Stellungnahme zu dem Fall aus Großbritannien auf die Parental Controls verwiesen. Problem: Viele Nutzer wissen gar nicht, dass es diese gibt. Standardmäßig sind die ElternKontrollen auf iPhones und iPads ausgeschaltet. Man will sich ja nicht mutwillig das Geschäft kaputtmachen – immerhin verdient Apple an jeder teuer verkauften Schlumpfbeere 30% mit.

Sie finden die Kontrolleinstellungen in iPhones und iPads unter dem Punkt “Einstellungen – Allgemein – Einschränkungen”. Ansonsten gilt tatsächlich der Hinweis von Apple: “Zunächst empfehlen wir, niemandem das Passwort mitzuteilen.” Spätestens wenn die erste  100-Euro Kreditkartenrechnung für Schlumpfbeeren eingetrudelt ist, wird man sich auch gegenüber dem eigenen Nachwuchs wohl an diesen Rat halten.

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Alle Kommentare

  1. Nennt man Lehrgeld & finde ich völlig in Ordnung. Die Menschen wollen im Geschäftsverkehr ernst genommen werden, dann sollen sie sich gefälligst auch über die Technik informieren, mit der sie umgehen. Wer seinem Kind einen Apple-Account mit hinterlegten Kreditkartendaten in die Hand gibt, dazu ein Smartphone, ohne sich darum zu kümmern, wie sie sich und ihr Kind schützen können, verdient es nicht anders.

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