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Google: „Smartphones sind unmännlich“

Der Höhenrausch an der Börse scheint das Google-Management zu testosterongetriebenen Vergleichen zu beflügeln: "Smartphones sind unmännlich", erklärte Google-Mitbegründer Sergey Brin auf der Internet-Konferenz TED. "Man reibt nur auf einem nichtssagenden Stück Glas herum". Die Zukunft der Männlichkeit: Natürlich die Datenbrille Google Glass. Ein Google-Manager hat in der Datenbrille sogar einen soziologischen Sinn entdeckt: Sie würde weniger ablenken als Smartphones.

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Der Höhenrausch an der Börse scheint das Google-Management zu testosterongetriebenen Vergleichen zu beflügeln: "Smartphones sind unmännlich", erklärte Google-Mitbegründer Sergey Brin auf der Internet-Konferenz TED. "Man reibt nur auf einem nichtssagenden Stück Glas herum". Die Zukunft der Männlichkeit: Natürlich die Datenbrille Google Glass. Ein Google-Manager hat in der Datenbrille sogar einen soziologischen Sinn entdeckt: Sie würde weniger ablenken als Smartphones.

Sergey Brin hat Oberwasser. Der Google-Mitbegründer hat offenbar großen Spaß daran, als lebendes PR-Objekt für die kommende Datenbrille in New Yorker U-Bahnen herumzufahren oder stolz auf wie Bolle auf Oscar-Parties mit Glass herum zu laufen – schließlich gibt es noch einige Hürden in der öffentlichen Wahrnehmung zu überwinden. Brillen, cool? Es dürfte ein bisschen dauern, bis sich dieses Image durchsetzt.

Doch Brin hat klare Vorstellungen und echtes Sendungsbewusstsein. Auf der Internet-Konferenz TED kanzelte bärtige Google-Mitbegründer Smartphones schließlich als "unmännlich" ab. Warum? "Man reibt nur auf einem nichtssagenden Stück Glas herum". Seltsam, dass der wertvollste Internetkonzern der Welt dann 12 Milliarden Dollar in die Hand nahm, um einen in die Jahre gekommenen Hersteller solcher Glass-Reibeflächen aufzukaufen – doch ist ein anderes Thema.

Wie männlich ist Googles durchgesignte Datenbrille?

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Brin möchte schließlich mit aller Gewalt die Aufmerksamkeit auf Googles großes Zukunftsprojekt richten. Wenn man dem smarten Russen mit US-Pass Glauben schenken darf, hat Glass als Antwort auf die vermeintlich überholte Smartphone-Ära also eine männliche Konnotation?

Der wertvollste Internetkonzern lässt damit bei seinem durchdesignten Zukunftsprojekt die weiblichen Nutzer, auf die die ersten PR-Bilder noch abzuzielen schienen, überraschenderweise links liegen. So richtig männlich wirkte der geschwungene Prototyp eher nicht – es sei denn in Assoziation der Nerd-Welt von Raumschiff Enterprise.  

Glass-USP: Keine Ablenkung mehr?

Doch Brin hat mit Glass noch eine andere  Mission: Er will mit der Datenbrille die Welt verbessern. "Es ist magisch, Momente mit meiner Familie und den Kindern einzufangen, die ich nie mit der Kamera oder einem Smartphone hätte einfangen können", findet Brin.

Der Google Product-Direktor Steve Lee legt nach: "Ein großes Problem ist die Ablenkung, die Technologie-Produkte erzeugen", glaubt Lee. Er meint damit, dass allein durch den bewussten Einsatz eines Smartphones oder einer Kamera der authentische Moment verloren gehe, während bei Google Glass etwa keine Ablenkung durch Zücken der Kamera oder Entriegeln des Smartphones entstehen würde. Vielleicht ist die jedoch bei Googles Datenbrille, die Kopfschmerzen verursachen soll, längst vorher beim Nutzer oder seinem Umfeld entstanden, das Glass-Träger entgeistert anstarrt…

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