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Dumping-Vorwürfe gegen FR-Bieter

Die Website “Deutsch Türkische Nachrichten” hat einen überaus kritischen Bericht zu Burak Akbay veröffentlicht. Jenem türkischen Verleger, der die insolvente Frankfurter Rundschau übernehmen möchte. Am Dienstag machte die Meldung die Runde, dass Akbay ein überarbeitetes Angebot für die FR vorgelegt habe. In der Türkei gelte er allerdings als “Dumping-Verleger”, der von Gewerkschaften nichts wissen will. Sein Angebot für die FR würde von vielen nur als PR-Gag gesehen.

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Das Bild, das die “Deutsch Türkischen Nachrichten” von Burak Akbay zeichnen, ist nicht schmeichelhaft. Er sei in der türkischen Medienlandschaft “keine herausragende Figur”, er verfolge ein “radikales Dumping-Konzept” mit Niedriglöhnen, Gewerkschaften kenne er nur “vom Hörensagen”. Sein Unternehmen sei zudem streng patriarchalisch organisiert. Jung-Verleger Akbay sei auf seinen Vater Ertuğrul Akbay gefolgt. Laut “Deutsch Türkischen Nachrichten” eine “skurrilen Gestalt”, der in der Türkei vor allem darum bekannt sei, “weil er sich in der Öffentlichkeit andauernd mit seinem gesunden Lebensstil brüstete”. Das Angebot Akbays für die FR würden viele darum als PR-Gag sehen. Akbay wurde damit in Deutschlands Medienszene tatsächlich. Angeblich plant er, noch in diesem Jahr seine türkische Tageszeitung Sözcü hierzulande auf den Markt zu bringen.

Auch die Fakten sprechen dagegen, dass Akbays Werben um die FR ernsthaft ist und von Erfolg gekrönt sein wird. Sein Unternehmen in der Türkei habe lediglich 40 Mitarbeiter, heißt es. Bei der Frankfurter Rundschau will er von 500 Leuten nur 80 im Verlag und 30 in der Druckerei weiterbeschäftigen. Nach einer seriösen Personalplanung sieht das nicht aus. So ist es kein Wunder, dass bereits kurz nach seiner zweiten Offerte schnell kolportiert wurde, auch das nachgebesserte Angebot sei deutlich zu gering und “nicht akzeptabel”.

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Die Insolvenzverwaltung hält sich mit öffentlichen Äußerungen zurück. Immerhin könnte das Angebot des türkischen Billigheimers dafür sorgen, dass der andere Interessent, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ein bisschen mehr zahlt. Dass die Frankfurter Rundschau bald von einem türkischen Verlag herausgegeben wird, darf dagegen als extrem unwahrscheinlich gelten.

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