Focus floppt mit Frauenquote und Sexismus

Bittere Zahlen für den neuen Focus-Chefredakteur Jörg Quoos. Seine Neupositionierung des Burda-Magazins mit politischeren, relevanteren Titeln erleidet früh einen deutlichen Dämpfer. Wie die neuesten Zahlen der IVW zeigen, war Ausgabe 3/2013 mit dem Titel "Wir wollen keine Frauen-Quote!" im Einzelverkauf der zweitschwächste Focus der Historie. Und: Heft 6/2013 ("Sexismus-Debatte: Was darf Mann noch?") könnte nach MEEDIA vorliegenden Grosso-Zahlen ein noch schlechteres Ergebnis erreichen.

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Nur 68.149 mal wechselte der Focus 3/3013 laut IVW im Einzelverkauf in Kiosken, Supermärkten, etc. den Besitzer. Ein einziges Heft lief in der Focus-Geschichte noch schlechter: Ausgabe 51/2009 mit dem Titelthema "Scheidungskinder – Wie sie (weniger) leiden" und 66.368 Einzelverkäufen. Besonders bitter: Ausgabe 3/2013 war auch noch der Jubiläums-Focus mit einem Special zum 20. Geburtstag des Magazins. Auch das interessierte die potenziellen Käufer offenbar wenig. Im Gesamtverkauf, also inklusive Abos, Bordexemplare, etc. erreichte Heft 3 eine Auflage von 514.110. Während es in den beiden kommenden Wochen etwas nach oben gehen dürfte – mit den Service-Themen Krebs und Immobilien – könnte es bei der Heftauflage der Ausgabe 6/2013 einen neuen Tiefpunkt geben. Nach MEEDIA vorliegenden Grosso-Zahlen sieht es für den Titel "Sexismus-Debatte: Was darf Mann noch?" ähnlich schlecht, wenn nicht noch schlechter aus.

Dass das mangelnde Interesse an der Sexismus-Debatte kein Focus-spezifisches Problem ist, könnte dann im Übrigen auch die Verkaufszahl des sterns 6/2013 zeigen. Das Magazin, dass die Debatte mit seinem Brüderle-Porträt verursacht hatte, dürfte laut der Grosso-Zahlen mit "Der tägliche Sexismus" ebenfalls klar unter dem Soll liegen. Bis die offizielle IVW-Zahl in einigen Wochen veröffentlicht wird, gibt es aber erst einmal etwas bessere Nachrichten für den stern: Heft 3/2013 kam mit "Gesünder leben – Neue Serie: Ihr Weg zu einem besseren Körpergefühl" und dem Teaser zum Pola-Kinski-Interview, in dem sie die öffentlich macht, dass ihr Vater Klaus sie missbraucht habe, auf 253.168 Einzelverkäufe – etwas weniger als im 12-Monats-Durchschnitt, aber mehr als im 3-Monats-Durchschnitt. Im Gesamtverkauf kamen 769.374 Exemplare zusammen.

Der Spiegel erreichte unterdessen den drittbesten Einzelverkauf der vergangenen zehn Wochen, blieb aber zum elften Mal unter der 300.000er-Marke, die vor einigen Monaten noch kein Problem war. 280.988 Kiosk-Käufer fanden sich mit dem Thema "Betr.: Wetten dass..? – Die krummen Geschäfte mit Deutschlands größter Fernsehshow". Insgesamt fand Der Spiegel 3/2013 896.037 Abnehmer.

  

Alle Heftauflagen von Spiegel, stern und Focus können Sie jederzeit mit unserem Cover-Check-Tool recherchieren.

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