Peerblog: Hacker waren nicht das Problem

Es war bereits bei der Einstellung vermutet worden, jetzt verdichten sich die Hinweise, dass das umstrittene Peerblog nicht wegen Hackerangriffen vom Netz genommen wurde. Dies hatte der Unternehmer und Betreiber Karl-Heinz Steinkühler vergangene Woche noch als Grund angegeben. Wie der Focus nun berichtet, waren die Angriffe aber nicht so dramatisch, wie angegeben. Der Serverbetreiber habe keine Auffälligkeiten entdecken können. Die angekündigte Strafanzeige habe Steinkühler zudem auch nicht gestellt.

Anzeige

"Wir haben Alarmsysteme im Einsatz, die auffälligen Datenverkehr melden, aber wir haben keine Auffälligkeiten festgestellt", sagte Lars Gurow vom Internetunternehmen Strato, bei dem das Peerblog gehostet war, zum Focus. Außerdem verfüge das Unternehmen über Mittel, um eine attackierte Seite im Netz zu halten. Strato sei jedoch nicht um Hilfe gebeten worden.
In der offiziellen Begründung zum Ende des Blogs heißt es, massive Hackerattacken hätten das Projekt torpediert. "Wir sehen uns deshalb gezwungen, die Website vom Netz zu nehmen", ist zu lesen. Außerdem würde man juristische Schritte prüfen. Auf Anfrage des Focus räumte Steinkühler nun ein, er habe keine Strafanzeige gestellt.
Das Magazin spekuliert, dass der Hacker-Angriff nur als Anlass genommen wurde, das Projekt zu beenden. Aus dem Willy-Brandt-Haus soll es demnach starken Druck gegeben haben, die Seite aufzugeben. Einen anderen möglichen Grund lieferte die WAZ bereits am Tag der Einstellung: Da Steinbrück Bundestags-Abgeordneter ist, greift in seinem Fall das Abgeordneten-Gesetz. Dieses verlangt die Offenlegung von größeren Sachspenden. Dadurch wären womöglich die Geldgeber hinter dem Peerblog bekannt geworden. Diese wollten aber lieber anonym bleiben.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige