TV-Duell: Steinbrück akzeptiert Raab

Klare Kante geht anders: Erst will Peer Steinbrück nicht, dass Stefan Raab ihm in einem möglichen TV-Duell mit Angela Merkel befragt. „Politik ist keine Unterhaltungssendung“, so sein Argument, sondern ein „ernstes Geschäft“. Doch nun die Rolle rückwärts. Laut Bild hat der SPD-Kanzlerkandidat nun doch nichts mehr gegen den ProSieben-Moderator, „wenn Angela Merkel auch mit Stefan Raab einverstanden ist, wird es so geschehen.“ Auch die Kanzlerin hätte offenbar nichts gegen den Unterhaltungs-Profi.

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Eine entsprechende Anfrage beantwortet Regierungssprecher Steffen Seibert mit dem Hinweis, dass die Journalisten immer von den Fernsehsendern ausgewählt werden „und das sollte so bleiben“. Völlig unklar ist allerdings noch die Frage, wie viele TV-Duelle es überhaupt geben wird. Steinbrück hält zwei TV-Duelle für angemessen, „am besten eins mit privaten und eins mit öffentlich-rechtlichen Sendern.“

Die Auswahl der Moderatoren läge dann jeweils bei den Sendern. An Raab hatte der SPD-Kandidat kritisiert, dass es sich nicht um einen politischen Journalist handele. Allerdings hat der Kölner mit der ersten Sendung seines neuen Polit-Talks bewiesen, dass er – im Gegensatz zu Jauch, Will & Co. – in der Zielgruppe punkten kann. „Wenn man junge Leute erreichen will, muss man auch dahin gehen, wo sie sind. Es nützt ja nichts, wenn man seinen alten Routinen treu bleibt“, erklärte Raab gerade dazu in einem Gespräch mit DWDL. „Wenn man nur Wähler über 65 haben will, muss man eben in den Talkshows von ARD und ZDF bleiben. Wir erfinden diese Fakten ja nicht. Wir erreichen mehr junge Zuschauer als alle anderen Talkshows zusammen. Und selbst wenn wir nur die halbe Quote hätten, wären es immer noch doppelt so viele junge Zuschauer wie bei den meisten anderen Polittalks“.  

Untermauern kann Raab diese Aussagen mit konkreten Zahlen. Mit der ersten Folge seiner Talkshow holte er in der Zielgruppe eine Top-Quote. Bei den 14-49-Jährigen kam die Sendung auf einen Marktanteil von 18,6 Prozent.

Allerdings leidet das Format noch immer darunter, dass die erste und zweite Riege der deutschen Spitzenpolitiker die Show meidet. Der Job als Duell-Moderator würde sein Stellenwert im politischen TV-Journalismus allerdings schlagartig verbessern. Mittlerweile fast schon in Vergessenheit geraten ist der Urvater der Raab-Duell-Diskussion. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber brachte den Show-Master via Spielgel ins Gespräch. Das Pikante dabei: Stoiber handelte möglicherweise nicht ganz uneigennützig. Immerhin gehört er dem Beirat der Sendergruppe ProSiebenSat.1 an.

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