So sucht die ARD heute die neue Lena

Vorbei die Zeiten, in denen Stefan Raab mit einer Casting-Show auf ProSieben und im Ersten den deutschen Teilnehmer für den Eurovision Song Contest suchte. Heute Abend heißt es wieder weitestgehend "back to the roots". In einer einzelnen Show treten zwölf Bands beziehungsweise Einzelinterpreten an und werben um das Vertrauen von Jury und Zuschauern. Unter den Kandidaten sind neben eher Unbekanten auch Musiker, die bereits große Chart-Erfolge feiern konnten - und skurrile Vertreter.

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Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator, berichtet: "Es war ein monatelanges Ringen um den besten Teilnehmerkreis." Das Ergebnis könne sich jedoch sehen lassen. "Die Bandbreite in diesem Wettbewerb reicht von sehr renommierten, international bekannten Bands bis zu Newcomern und jungen Künstlern, die sich in der Musikwelt bereits einen Namen gemacht haben", so Schreiber
Die bekanntesten Interpreten sind in diesem Jahr zweifelsohne die Söhne Mannheims ("Geh’ davon aus", "Und wenn ein Lied"), die jedoch ohne Xavier Naidoo antreten, sowie Cascada ("Evacuate the dancefloor", "Everytime we touch"). Während die Söhne Mannheims den mehrsprachig gesungenen Song "One Love" vortragen werden, erinnert der Cascada-Titel "Glorious" stark an den Vorjahres-Siegertiel Schwedens, "Euphoria" von Loreen. 
Die weiteren Künstler werden weniger Zuschauern vertraut sein: Mia Diekow, Ben Ivory, Betty Dittrich, Blitzkids mvt., Finn Martin, LaBrassBanda, Mobilée, Nica & Joe, Saint Lu und Die Priester feat. Mojca Erdmann heißen sie. Einige hatten in der Vergangenheit zwar schon Erfolge, für den dauerhaften Durchbruch hat es jedoch noch nicht gereicht. 
Damit begibt man sich seitens der Verantwortlichen zurück auf gewohntes Terrain. Lange Zeit wurde der deutsche Vorentscheid in einer einzelnen Show mit eher unbekannten Künstlern ausgetragen, bevor sich prominentere Vertreter unter sie schoben. Schließlich wurde die Zahl der Vorentscheid-Teilnehmer drastisch reduziert – ohne dass international mehr Erfolg dabei heraussprang.
Den gab es fast immer nur mit Stefan Raab – erst als Komponist bei Guildo Horn, dann selbst als Künstler und schließlich als Förderer und Entdecker allen voran bei Lena Meyer-Landrut. Drei Jahre ist es her, da krempelte Raab den Vorentscheid völlig um. Es entstand "Unser Star für Oslo". Das Casting-Format wurde auch im vergangenem Jahr noch einmal aufgewärmt – Roman Lob hieß dieses Mal der Gewinner.
Nun ist jedoch Schluss mit dem aufwändigen Event mit mehreren Sendungen. Raab hat sich zurückgezogen, ProSieben ist nicht mehr mit an Bord. Einzig die Produktionsfirma Brainpool ist geblieben. 
Wieder dabei sind aber schräge Vögel und unkonventionelle Teilnehmer. Die Priester feat. Mojca Erdmann zum Beispiel heißen nicht nur Priester, sie sind wirklich Männer Gottes. Gemeinsam mit der Sopranistin Erdmann bewerben sie sich mit dem Titel "Meerstern, sei gegrüßt" um das Ticket nach Malmö – einem Song, der auch in Kirchen-Akustik daherkommt.
Wer letztlich Deutschland vertreten wird, werden die Zuschauer bestimmen, jedoch nicht allein. Wie üblich wird es während der Live-Show ein Telefonvoting geben. Ergänzend dazu wird bei den Jugend-Radiosendern der ARD online abgestimmt. Das dritte Drittel der Stimmen kommt von einer Jury. In der sitzen Tim Bendzko, Roman Lob, Anna Loos, Mary Roos und Peter Urban. Den Vorentscheid in Hannover wird Anke Engelke moderieren.

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