Wall Street: Facebook ist überbewertet

Der Gegenwind für das weltgrößte Social Network wird wieder größer. Binnen zwei Wochen hat die Facebook-Aktie mehr als 15 Prozent an Wert verloren. Grund für den gestrigen Abgabedruck: Zwei zuletzt sehr seltene Analysten-Downgrades. Während sich Bernstein Research um das Umsatzpotenzial der Anzeigenbörse FBX sorgt, bezweifelt BTIG das Wachstum der mobilen Werbeerlöse und stuft die Facebook-Aktie gar als Verkaufsposition nach unten. Hartes Urteil des BTIG-Analysten Richard Greenfield: Kursziel 22 Dollar.

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Der Gegenwind für das weltgrößte Social Network wird wieder größer. Binnen zwei Wochen hat die Facebook-Aktie mehr als 15 Prozent an Wert verloren. Grund für den gestrigen Abgabedruck: Zwei zuletzt sehr seltene Analysten-Downgrades. Während sich Bernstein Research um das Umsatzpotenzial der Anzeigenbörse FBX sorgt, bezweifelt BTIG das Wachstum der mobilen Werbeerlöse und stuft die Facebook-Aktie gar als Verkaufsposition nach unten. Hartes Urteil des BTIG-Analysten Richard Greenfield: Kursziel 22 Dollar.

Plötzlich ist die Magie wieder dahin. Für zehn Wochen lief es für Facebook an der Börse so, wie es Anleger von dem Social Network vor dem IPO erwartet hatten – schnurstracks nach oben. Sagenhafte 75 Prozent waren für Anleger in nicht mal drei Monaten seit Ende der größten Haltefrist für Altaktionäre beim Sprung von unter 19 auf über 32 Dollar zu verdienen.

Nun jedoch geht der Trend wieder nach unten: Nach Verlust von erneut mehr als drei Prozent ist die Facebook-Aktie wieder auf rund 27 Dollar abgetaucht. Auslöser für den Abgabedruck gestern waren gleich zwei negative Analysteneinschätzungen. Sowohl Bernstein Research als auch BTIG sehen das Kurspotenzial des weltgrößten Social Networks inzwischen ausgereizt.

Deutliche Empfehlung von BTGI: Kursziel 22 Dollar – Facebook-Aktie verkaufen

"Facebook versucht die Anleger in Richtung seines mobilen Engagements zu sensibilisieren", schreibt BTIG-Analyst Greenfield in einer Studie. "Facebook muss dabei aber die Frage beantworten, ob Nutzer mobil auch genauso viel Zeit auf der Seite verbringen wie auf der Desktop-Version", gibt Greenfeld zu bedenken.

"Wir glauben, je mehr Facebook mobil nutzen, desto weniger Zeit verbringen sie dort auch. Auch wenn die Werbeerlöse mobil signifikant höher ausfallen, bezweifeln wir, ob Facebook das Wachstum seiner mobilen Anzeigenerlöse so steigern kann wie im vierten Quartal", gibt sich Greenfield skeptisch.

Bernstein-Research: Potenzial von FBX wird überschätzt

Die Konsequenz: Der BTIG-Analyst stuft die Aktie hart von "halten" auf "verkaufen" zurück. Kursziel: gerade mal 22 Dollar. Etwas optimistischer sind da noch die Bernstein-Analysten Carlos Kirjner und Ram Parameswaran, die immerhin das gegenwärtige Kursniveau von 27 Dollar als Zielmarke ausgeben.

Doch für sie ist das weltgrößte Social Network auch nur eine Halteposition. Sorge bereitet Bernstein vor allem die Werbebörse FBX Ad Exchange, deren Potenzial von Vermarktern schon als Milliardenmarkt gepriesen wird. Das sei nach Meinung von Kirjner und Parameswaran eine Übertreibung – im abgelaufenen Quartal habe FBX gerade mal für Umsätze von 30 Millionen Dollar gesorgt. Entsprechend reduziere sich das Kurspotenzial der Aktie, so die Bernstein-Analysten. Erstmals seit Monaten muss das Social Network nun wieder dem Gegenwind der Wall Street trotzen.

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