Christian Ulmen und der verpasste #aufschrei

Von wegen spontan und locker: Auch Krawall und möglichst viel Aufmerksamkeit kann harte Arbeit sein. Seit Wochen geben sich die "Who wants to fuck my Girlfriend"-Macher redlich Mühe einen #Aufschrei hinzubekommen. So weist der Tele 5 via Pressemitteilung darauf hin, dass jetzt ein "Viral-Spot" online sei, der wiederum auf einen "Shitstorm" reagiere, der sich nur als laues Lüftchen herausstellte. Völlig unnötig: Die Satire-Show ist gelungen. Auch wenn sich Thomas Gottschalk ärgern dürfte.

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Passend zur grundsätzlichen Kommunikationsstrategie der Show gibt es bereits vor der Erstausstrahlung am Donnerstag (Tele 5, 23.10 Uhr) längere Clips von Ulmen als Uwe Wöllner aus der Show zu sehen. Das Format basiert darauf, dass zwei Männer mit ihren Freundinnen bzw. Frauen in der Sendung darum kämpfen, wer die attraktivere Lebensgefährtin hat. Der Gewinner bekommt einen Kranz überreicht, auf dem dann "Everybody wants to fuck my girlfriend" steht.

Zum Start der Show gibt es ein Special: "Who wants to fuck my lesbian Girlfriend"

Bei Spiegel Online entlarvt Stefan Kuzmany das Konzept vor allem als eine „zutiefst anti-sexistische Veranstaltung“. Denn wenn hier jemand vorgeführt werden würde, „dann sind es allein die Männer. Männer, die Frauen begaffen. Männer, die Frauen angraben. Männer, die am Straßenrand halten und ansatzlos beginnen, um den Preis des Körpers einer Frau zu feilschen“.

Bereits zum Showauftakt dürften sich ein paar Männer allerdings mächtig ärgern oder wegen eines gelungenen Zitates mächtig freuen. Die Musik und das Show-Design mit seinen ständig aufpoppenden Sprechblasen erinnern sehr stark "Na sowas!". Die ZDF-Show startete 1982 und machte Thomas Gottschalk und Günther Jauch in Deutschlands Wohnzimmern bekannt.
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Mit diesem "Viral-Spot" warb Ulmen für seine neue Show

Vor Freitag ist mit einer Reaktion, der alten „Na sowas!“-Macher nicht zu rechnen. Von anderer Stelle ist der erhoffte Ärger bislang allerdings weitestgehend ausgeblieben. Seit Wochen zielt die PR-Strategie von "Who wants to fuck my Girlfriend" eindeutig darauf ab, gerade unter Feministinnen für möglichst breiten Widerstand zu sorgen. Mit der #Aufschrei-Debatte hatten die Macher um Produzent und Wöllner-Darsteller Ulmen sogar eine riesige Chance, die aufgeregte Sexismus-Diskussion für ihre PR-Zwecke zu nutzen.
Doch die wohlgesetzten PR-Provokationen wollten nicht so richtig zünden. Ein tatsächlich großartiger Viral-Clip sorgte bei weitem nicht für den Impact, den man ihm eigentlich zugetraut hätte, und auch sonst regte sich niemand so richtig über das Show-Konzept auf.

Tatsächlich ist das Format so etwas wie der hässliche, aber auch ehrlichere Bruder des Bachelors. Tatsächlich liegt der Charme von "Who wants to fuck my Girlfriend" in der Frage, was Satire und was Realität ist. So ist der Moderator eine Kunstfigur. Die Kandidaten sollen allerdings echt sein, behauptet der Sender. Im Interview mit der Welt sagte Ulmen dazu: „Mir ist es völlig wurscht, ob das Publikum das als Satire erkennt oder nicht. Ich finde, das Ding funktioniert auch dann, wenn Zuschauer es ernst nehmen.“

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