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Private sauer über Frequenz-Rochade beim HR-Radio

Überraschung in Hessen: Hörer des Kultur-Radiosenders hr2 empfingen am Montag plötzlich hr-iNFO, während einige Hörer des Informationssenders stattdessen mit dem Jugendkanal YOU FM beschallt wurden. Der Hessische Rundfunk hatte einige seiner Frequenzen getauscht, darüber aber kaum informiert. Die private Konkurrenz kritisiert die Entscheidung und sieht darin "Taschenspieler-Tricks".

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"Der Hessische Rundfunk stimmt seine Frequenzen besser auf den Bedarf ab und hat deshalb Frequenzen umgewidmet", ist auf der Seite des Senders hr-iNFO und in ähnlichem Wortlaut auch bei hr2 zu lesen. Konkret hat der HR zwei Frequenzen (95,0 und 99,6), die bislang dem Kulturkanal hr2 zugeordnet waren nun hr-iNFO zur Verfügung gestellt. Die "benachbarten" Frequenzen 95,5 und 96,7 verbleiben bei hr2. Und es gab einen weiteren Wechsel: Über die Frequenz 102,3, die bislang hr-iNFO zugeteilt war, wird nun das Jugendprogramm YOU FM ausgestrahlt. Der HR schreibt, dadurch würden die Infowelle und der Jungendsender nun hessenweit via UKW empfangbar. Vorher habe es eine "Unterversorgung" in einigen Teilen des Bundeslandes gegeben.
Kritik kommt neben Hörern, die sich im Vorfeld nicht hinreichend informiert fühlten, auch von der privaten Konkurrenz Radio/Tele FFH, die unter anderen die Radioprogramme Hit Radio FFH, planet radio und harmony.fm betreibt. Deren Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth sagt: "Wenn schon viele Bürger und Institutionen mit der neuen Haushaltsabgabe zur Kasse gebeten werden, kann es nicht angehen, dass der Hessische Rundfunk immer mehr seine klassischen öffentlich-rechtlichen Aufgaben vernachlässigt." Für Hillmoth sei die "Über-Nacht"-Umwidmung "im Handstreich" ein Beleg für die seit Jahrzehnten anhaltende Überversorgung des Hessischen Rundfunks mit UKW-Frequenzen, die vom hr-Rundfunkrat geduldet wird.
Die Radio/Tele FFH fordert nun die Hessische Staatskanzlei auf, den einseitigen Schritt des Hessischen Rundfunk zu prüfen. Bisher seien Frequenz-Veränderungen bei Öffentlich-Rechtlichen und Privaten zuvor in der Staatskanzlei am "Runden Frequenz-Tisch" abgestimmt worden.

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