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Geo bringt Bilderbuch für Bildungsbürger

Seit dem Erfolg von View weiß man bei Gruner + Jahr: Die Leser goutieren bildgewaltige Magazine. Auf ein ähnliches Konzept setzt jetzt auch Geo Epoche. Zweimal pro Jahr produzieren die Hamburger nun ihre neueste Line-Extension Panorama. Den Start macht ein Heft über die Kaiserzeit. Chefredakteur Michael Schaper und sein Team produzierten kein plattes Fotoalbum. Ihnen gelingt es, mit vielen tollen Aufnahmen und knappen Texten die Zeit von 1871-1914 im Kopf des Betrachters wiederaufleben zu lassen.

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"Geo Epoche Panorama ist ein Heft, das auf die Kraft der Bilder setzt – aber zugleich die Bedeutung jedes einzelnen Fotos immer auch präzise veranschaulicht", erklärt Schaper sein Konzept gegenüber MEEDIA. "Auf jeder Doppelseite behandeln wir stets nur ein Thema, das für die Geschichte des Deutschen Kaiserreichs relevant war – etwa die Hochrüstung unter Kaiser Wilhelm II. –, und erläutern dieses Thema in einem kurzem Text. Darüber hinaus hat dann jedes Foto noch eine eigene Bildunterschrift, die die jeweilige Aufnahme genauer erklärt."

So zeigen die Hamburger beispielsweise einige Pferdekutscher in Berlin, die nach ihrer Schicht ein Bier trinken, und erzählen dazu im Begleittext alles Wissenswerte über die "Erfindung" des Feierabends – und weshalb es so etwas vorher nicht gegeben habe. "Diese Meta-Ebene herauszuarbeiten war ein extremer Aufwand. Denn zu jedem dieser Kurztexte muss man eigentlich ein paar Kapitel eines Buches zum jeweiligen Thema quer gelesen haben. Allein für diese Texte mussten wir mit rund einem Tag Arbeitszeit pro Doppelseite rechnen. Und dann wurden diese Informationen ja noch von unserem Verifikationsteam auf ihre Richtigkeit überprüft."

Diese Arbeitsweise muss vielen Journalisten wie das reinste Schlaraffenland vorkommen. Für die Hamburger ist diese Genauigkeit einer der wichtigsten Markenkerne der Geo-Familie. Tatsächlich stellt sich auch beim lesen und vor allem betrachten von Geo Epoche Panorama das typische Geo-Feeling ein: der Leser ist nach der Lektüre schlauer.
Ganz ohne längere Texte kommt der Neuling allerdings auch nicht aus. So zeigte die Marktforschung, dass die Käufer mit einem Magazin, das ausschließlich Bildstrecken zeigt, nicht zufrieden gewesen wären. Die Folge: Am Ende jedes der vier Überthemen (Alltag, Zeitgeist, Wandel, Macht), nach denen Panorama unterteilt ist, gibt es ein knappes Essay. Zudem ist das gesamte Magazin – auch auf Wunsch der Leser – komplett werbefrei. Der Kioskpreis von 13,50 Euro wird dies sicherlich kompensieren.

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Zum Start setzen die Hamburger voll auf Print. Obwohl die Inhalte von Panorama feinster iPad-Content wären. Tablet-Leser, vor allem mit Retina-Display, lieben gute Fotos. Allerdings hat man am Baumwall andere Prioritäten. "Wir haben bei Geo Epoche in diesem Jahr digital noch einiges geplant – und da geht das Hauptheft dann einfach vor", sagt Schaper. "Die iPad-App für Geo Epoche Panorama kann da noch etwas warten. Das Wunderbare an diesen Heften ist ja, dass der Inhalt nicht altert. Wir haben noch heute als Backlist Printausgaben von Geo Epoche im Buchhandel, die zwölf Jahre alt sind."

Eine weitere Herausforderung stellt die Preisgestaltung dar. Das neue Magazin wird am Kiosk 13,50 Euro kosten. Da stellt sich die Frage: Wie viel könnte der Verlag für die App-Version verlangen? "Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass man für eine Applikation beispielsweise zwölf Euro nehmen kann – doch sehr viel billiger als die Printausgabe dürfte eine App meiner Meinung nach nicht sein", sagt der Blattmacher.
Zudem scheint es zur Zeit eher unwahrscheinlich, dass sich im mobilen Verkauf überhaupt Stückzahlen verkaufen lassen, die ein App-Angebot von Geo Epoche Panorama wirtschaftlich rechtfertigen ließen: "Die Erfahrung bei anderen deutschen Magazinen zeigt, dass zwischen ein und fünf Prozent der verkauften Auflage als App abgesetzt werden können. Wenn wir jetzt von 20.000 verkauften Exemplaren bei Geo Epoche Panorama ausgehen, reden wir über 200 bis 1000 verkaufte Apps. Das ist doch noch sehr überschaubar." 
Auch für den Print-Erfolg hat Schaper klare Vorstellungen. Bei 15.000 bis 16.000 Exemplaren wäre Panorama Plus-Minus-Null. Die Verlagsplanungen gehen von einem Verkauf von rund 23.000 Ausgaben aus und der Blattmacher selbst hofft auf rund 30.000 Hefte. Damit läge der Absatz auf dem Niveau von Geo Epoche Edition und die Hamburger Geo-Redaktion könnte den nächsten erfolgreichen Launch eine neuen Extraheftes feiern.

Geo Epoche Panoram liegt ab Mittwoch (13. Februar) am Kiosk. Preis: 13,50 Euro

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