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Die Online-Videotheken im MEEDIA-Check

Der eine will mit Klassikern punkten, der andere mit aktuellen Blockbustern. Der eine bietet Filme an, verzichtet aber auf Serien. Ein Anbieter setzt auf Flatrates, ein anderer verzichtet auf Pauschalen, wiederum andere setzen auf eine Mischkalkulation. Der Markt der Videotheken wird mit jedem Neuzugang unübersichtlicher. Welcher Dienst lohnt sich für wen? Welcher kann mit besonderen Features punkten? MEEDIA hat das Angebot von Watchever, iTunes, Maxdome, Google Play und Lovefilm verglichen.

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Watchever: viele Endgeräte, wenig Neues

Der jüngste im Bund der Videotheken ist Watchever, eine Vivendi-Tochter. Zur Einführung lässt sich das Angebot 30 Tage kostenlos testen, danach wird eine Pauschale von 8,99 Euro fällig. Eine Beschränkung für den Konsum von Filmen und Serien gibt es nicht. Watchever lässt sich auf dem PC, Mac, iPad, iPhone, Apple TV, Android Tablet, der Xbox, der Playstation 3 und Smart-TVs nutzen. Gut gemacht: Auf bis zu drei Geräten können Familien simultan einen Film schauen.

Watchever bietet momentan Zugriff auf die Inhalte der BBC ("Sherlock", "Doctor Who", "Watchever", "Hustle", "Misfits", "Torchwood", "Spooks" und weitere). Hinzu kommen erfolgreiche US-Serien wie "Breaking Bad", "Mad Men", "Spartacus", "Big Bang Theory", "Two and a Half Men" und "Castle". Doch gerade beim für Serienfans so interessanten HBO-Angebot kann Watchever nicht punkten: Lediglich einige Staffeln der alten Kultserie "Sopranos" und "Entourage" sind gelistet. Aktuelle Formate wie “Boardwalk Empire”, “True Blood” oder “Game of Thrones” fehlen.

Schaut es denn an der Filmfront besser aus? Nicht wirklich. Derzeit findet sich dort ein wilder Mix aus Klassikern wie “Pulp Fiction”, Blockbustern wie “300” und 90er-Knüllern wie “Armageddon”. Aktuelle Releases wie etwa “Das Bourne-Vermächtnis” sind nicht im Angebot. Dafür sind fast alle verfügbaren Filme in HD-Version vorhanden.

Für wen sich der Dienst lohnt: Familien, die nicht unbedingt Wert auf aktuelle Serien und Filme Wert legen, aber ein wenig Abwechslung zum TV-Programm haben wollen.

Lovefilm: Offline hui, online pfui

Die Amazontochter fährt zweigleisig: Kunden können über 50.000 Titel auf DVD und Bluray ausleihen und mehrere tausend Titel per Video-on-Demand abrufen. Die Medien lassen sich per App oder über den Browser nach Hause bestellen und können für den Abozeitraum unbegrenzt ausgeliehen werden. On Demand lassen sich Filme und Serien am PC, der PS3, dem Kindle Fire und Kindle Fire HD, internetfähigen BRAVIA LCD-Fernsehern, Blu-ray Playern sowie auf Blu-ray Heimkino-Systemen von Sony und dem iPad abspielen.

Lovefilm bietet verschiedene Ausleihpakete an. Für 6,99 Euro pro Monat bekommen Nutzer Zugriff auf die Digital-only-Flatrate. Ab dem "Ultimativ"-Paket für 9,99 Euro/Monat beinhaltet der Service zusätzlich zum Video-on-Demand-Angebot den postalischen DVD/Blu-ray-Verleih mit vier Filmen pro Monat. Wer unbegrenzt viele Filme und Serien im Monat ausleihen will, muss 11,99 Euro zahlen. Für Familien bietet Amazon außerdem an, zwei Filme zeitgleich auszuleihen. Dann werden 17,99 Euro fällig.

Doch uns interessiert vor allem die Online-Videothek. Was bekommt der Kunde hier für sein Geld? Derzeit finden sich auf der On-Demand-Plattform rund 1200 Filme und 203 Serienfolgen. Doch aktuelles TV-Material wird auch hier schmerzlich vermisst. Mit Ausnahme des aktuellen “Skyfall” kommt der Lovefilm-Nutzer zwar in den Genuss aller Bondstreifen. Doch darüber hinaus lassen sich aktuelle Blockbuster wie “The Avengers”, “Ziemlich beste Freunde” oder “Drive” nur als Bluray oder DVD ausleihen. On Demand bewirbt die Amazon-Tochter “Be Cool” (2005) und “Der Einsatz” (2003) als Neuerscheinungen. Das zeugt von Humor.

Das Serienangebot unterscheidet sich nicht großartig vom Watchever-Sortiment: Zu den üblichen Verdächtigen gesellen sich noch einige deutsche Formate aus dem MySpass-Angebot von Brainpool (“Stromberg”, “Ladykracher”, “Dr. Psycho”).

Für wen sich der Dienst lohnt: Die Digital-Flatrate ist minimal günstiger als bei Watchever, das Angebot einigermaßen vergleichbar. Hieran hat nur jemand Freude, der nicht nach aktuellem Hollywood-Material sucht.

Google Play: keine Serien


Auf ein Flatrate-Modell verzichtet Google mit seiner Online-Videothek. Filme können Nutzer hier ausleihen und kaufen. Aktuelle Streifen kosten in geringer Auflösung 3,99 Euro, für die HD-Variante werden 4,99 Euro fällig. Ältere Filme kosten 2,99 Euro (3,99 Euro als HD-Version). Die Ausleihe gilt für 30 Tage nach dem Kauf, einmal angefangen sind die Inhalte für 48 Stunde verfügbar. Einige Filme, wie zum Beispiel die Komödie “Ted” oder “Das Bourne-Vermächtnis” lassen sich zudem zum Preis von 16,99 Euro als HD-Version kaufen. Das ist immerhin noch billiger als die Bluray-Version, für die mindestens 24,99 Euro fällig werden. Allerdings bekommen Filmfans hier noch Bonusmaterial mitgeliefert. Darüber hinaus gilt die Kaufoption nicht für alle Filme.

Serien fehlen völlig im Google-Angebot. Die Filme lassen sich auf dem Mac und PC sowie auf mobilen Endgeräten mit Android und iOS anschauen.

Für wen sich das lohnt: Nutzer, die auf ihrem Smartphone, Tablet oder Google-TV Filme konsumieren wollen. Serienfans klammert Google derzeit noch aus.

iTunes: Video-Verleih mit vielen Features


Apple ist mit seinem Angebot der Platzhirsch unter den Online-Videotheken. Preislich gibt es keine Unterschiede zu Google Play, doch das Angebot kann sich sehen lassen. Als einziges Unternehmen bietet Apple zudem Serien auf Deutsch mit zusätzlicher Originalsprache an. Das Angebot reicht von aktuellen Actionfilmen über Dokumentationen, Komödien und Mystery bis zu Kurzfilmen.

Bei iTunes kommen Serienjunkies auf ihre Kosten. Neben aktuellen Folgen von “Homeland” und “Grey’s Anatomy” können Nutzer auch Serien direkt nach der Ausstrahlung in den USA oder Großbritannien untertitelt ansehen – aktuell die US-Serie “The Americans” und das mehrfach ausgezeichnete “Modern Family”. Bei Serien besteht zudem die Möglichkeit, Folgen einzeln zum Preis von 2,99 Euro pro Episode oder als Season-Pass zu kaufen, der alle Folgen einer Staffel beinhaltet. Die Preise für komplette Serienstaffeln variieren ja nach Erscheinungsdatum zwischen 9,99 Euro und 39,99 Euro. Im Gegensatz zu Filmen lassen sich Serien tatsächlich nur kaufen.

Die geladenen Inhalte können Nutzer auf Mac und PC in der iTunes-Software sowie auf iPhone, iPad, iPod touch und Apple TV wiedergeben.

Für wen sich das lohnt: Apple hat in seiner iTunes-Mediathek für jeden etwas im Angebot. Serienliebhaber dürften vor allem das Angebot an Videos im Original mit Untertiteln zu schätzen wissen.

Maxdome: viel Neues, aber verwirrende Preispolitik


Die P7S1-Tochter hat das nach eigenen Angaben größte Pay-per-View-Angebot in Europa mit über 45.000 Videos. Neben aktuelle Neuerscheinungen wie “Das Bourne-Vermächtnis” oder “The Expendables 2” bietet Maxdome als einzige Videothek auch Gratisfilme und kostenlose Serien an. Eine Pauschalgebühr für die Nutzung des kompletten Sortiments bietet Maxdome allerdings nicht. Die Preise für den Kauf aktueller Filme unterscheiden sich nicht von denen bei Google Play oder iTunes. Die Ausleihe in der SD-Version kostet durchschnittlich 3,99 Euro, 4,99 Euro werden für die HD-Version fällig.

Allerdings lässt sich keine allgemeine Aussage für das Maxdome-Angebot treffen: So können Nutzer etwa “Das Bourne-Vermächtnis” in HD nur auf dem Fernseher über bestimmte Set-Top-Boxen anschauen und nicht kaufen, “The Expendables 2” hingegen lässt sich als SD- und HD-Variante ausleihen, allerdings auf dem Computer nur als SD-Version kaufen. Wer sich hingegen für ein Spar-Paket entscheidet, bekommt ebenfalls nur ein Stück des Kuchens. Diese Pakete umfassen alle verfügbaren Serien, Shows, Dokus, Comedy-, Kids- und Musikvideos und nach eigenen Angaben mehrere tausend Spielfilme. Allerdings zählen dazu nicht aktuelle Blockbuster. Die lassen sich wiederum nur kostenpflichtig hinzubuchen. Dann aber nur vier Filme zum Preis von 5 Euro. Darüber hinaus fallen die normalen Leihgebühren für Filme und Serien an.

Für wen sich das lohnt
: In den vollen Genuss der Maxdome-Mediathek kommen nur Besitzer einer entsprechenden Set-Top-Box.

Fazit: Echte Serienfans kommen nur mit iTunes auf ihre Kosten. Das Sortiment ist groß, besonders überzeugt das Angebot aktueller US-Serien mit Untertitelung. Amazons Lovefilm punktet zwar mit der Bluray/DVD-Ausleihe, bleibt aber – wie auch Watchever – im On-Demand-Segment weiter hinter iTunes zurück. Leider bieten weder Google noch Apple einen Pauschaltarif für Serien und Filme an, Google lässt zudem Serien in Deutschland noch völlig vermissen. Maxdomes Angebot ist groß, doch trüben Videos den Eindruck, die sich nur übers TV abrufen lassen und Computernutzer außen vor lassen.
Für echte Cineasten lohnt sich die Nutzung von Mediatheken sowieso nicht. Schuld daran sind Abstriche in der Bildqualität. So bietet Lovefilm etwa Full-HD erst bei einer Internetanbindung mit zwölf Mbit an. Einen direkten Einfluss auf die Auflösung hat man nicht. Auf dem TV und in der Xbox- und Playstion-App bekommen Nutzer übrigens nur HD-Ready mit 720p ausgeliefert, richtiges HD gibt es nur auf dem Computer.
Ganz anders ist es bei Maxdome, wo Videos in HD-Qualität ausschließlich über Set-Top-Boxen oder Geräte der Kooperationspartner zur Verfügung gestellt werden. Die Produkte werden zwar auch online auf dem Computer angezeigt, lassen sich aber nicht abspielen. Wer Filme und Serien in voller, unkomprimierter HD-Auflösung auf großen Fernsehern oder sogar auf einem Beamer abspielen will, kommt um den Einsatz einer Bluray mitsamt Hardware nicht herum.

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