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Deutschsprachige Website für Yad Vashem

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat nun auch eine deutschsprachige Webseite. Einen Tag nach dem Tag des Gedenkes an die Opfer des Holocaust wurde die Seite im Axel-Springer-Haus in Berlin vorgestellt. Ermöglicht wurde die Übersetzung des umfassenden Informationsangebots durch die Friede Springer Stiftung. Die Verlegerin und die Springer AG gehören zu den Förderern der deutsch-israelischen Freundschaft. Die Seite soll die Erinnerung an den Völkermord an den Juden wachhalten.

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Die Website der Gedenkstätte ist eine einzigartige Informationsquelle über den Holocaust. Das Museum wurde 1953 in Jerusalem eröffnet – die digitale Seite von Yad Vashem wurde im vergangenen Jahr von rund zehn Millionen Besuchern angesteuert. Mit Unterstützung der Friede Springer Stiftung werden die Informationen nun auch für deutschsprachige Internet-Nutzer veröffentlicht.

Die digitale Gedenkstätte erzählt u.a. die Geschichte des Holocaust in 40 Kapiteln, mit Fotos, Videointerviews von Zeitzeugen und dokumentarischen Filmen. Verschiedene Onlinekurse sind für den Einsatz im Schulunterricht gedacht. 14 Online-Ausstellungen ermöglichen den Zugang zu Texten, Fotos und Bildern via Internet, dazu kommen Video-Vorträge von deutschsprachigen Historikern. Die Webseite bietet ebenfalls den Zugang zur Datenbank der Namen der Holocaustopfer. Ein deutschsprachiger YouTube-Kanal enthält bisher rund 160 Videos.

Bisher gab es das Angebot in englischer, hebräischer, spanischer, russischer, arabischer und persischer Sprache. Der Verleger Axel Springer war ein großer Freund Israels, seine Witwe Friede Springer wirkt auch in dieser Hinsicht im Andenken an die Grundwerte ihres Mannes weiter. In den Arbeitsverträgen der Springer AG ist als eine von fünf Leitlinien auch das Lebensrecht des Staates Israel genannt.

Bei der Präsentation der deutschsprachigen Seite wurde auch an Ernst Cramer erinnert, der am 19. Januar 2010 verstarb und der am 28. Januar 100 Jahre alt geworden wäre. Cramer, der 1913 als Sohn einer jüdischen Familie in Augsburg geboren wurde, kämpfte auf amerikanischer Seite gegen die Nazis, war Presseoffizier der US-Regierung und wurde im Nachkriegsdeutschland ein enger Weggefährte Axel Springers. Der Vizechef der Welt und Herausgeber der Welt am Sonntag war einer der Testamentsvollstrecker des Verlegers und setzte sich bis zu einem Tod für die religiöse Freiheit ein.

In einem Nachruf auf Cramer schrieb Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, 2005 habe dieser ihm gesagt: "ich mache mir Sorgen. Der Verlag muss mehr für das Internet tun." Auch in dieser Hinsicht hätte das Digital-Projekt, das seit Montag online ist, dem Brückenbauer Cramer vermutlich sehr gefallen.

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