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Facebook-Suche: das geheime Datingtool

Das Social Network kehrt zu seinen Wurzeln zurück – zumindest ein bisschen. Jahre ist es her, als Facebook seinen Mitgliedern noch als weltweite Kontaktbörse offenstand. Nun entdeckt das soziale Netzwerk mit seinem Graph Search die Flirtsuche: So können etwa Single-Frauen, die Freunde von Freunden sind, in einer bestimmten Stadt gefunden werden. Die neue Offenheit kommt nicht von ungefähr: Offenbar möchte auch Facebook im boomenden Datingmarkt mitspielen und könnte an kostenpflichtigen Emailkontakten verdienen.

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Das Social Network kehrt zu seinen Wurzeln zurück – zumindest ein bisschen. Jahre ist es her, als Facebook seinen Mitgliedern noch als weltweite Kontaktbörse offenstand. Nun entdeckt das soziale Netzwerk mit seinem Graph Search die Flirtsuche: So können etwa Single-Frauen, die Freunde von Freunden sind, in einer bestimmten Stadt gefunden werden. Die neue Offenheit kommt nicht von ungefähr: Offenbar möchte auch Facebook im boomenden Datingmarkt mitspielen und könnte an kostenpflichtigen Emailkontakten verdienen.

Es war einmal eine schöne, offenere Facebook-Welt. Das ist ein etwa fünf Jahre her. Wer um 2008 eine Reise antrat und im seinerzeit nach MySpace zweitgrößten sozialen Netwerk nach  Reisebekanntschaften umsah, wurde fündig. Das gelang seinerzeit über das passende Netzwerk zur Stadt.

Wer etwa nach Barcelona wollte, trat dem Netzwerk bei und hatte plötzlich die interessante Suchmöglichkeit, unter allen Netzwerkmitgliedern aus Barcelona Single-Frauen zwischen 20 und 27 zu finden.  Das ist lange her. Schon 2009 schaffte Facebook mit dem Relaunch die Netzwerke und auch die Suche ab.

Neue Verbindungsmöglichkeiten  zu Freunden von Freunden herstellen

Nun ein kleines Comeback. Auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz am Dienstag stellt Facebook seine neue soziale Suche vor, die in erster Linie dazu dient, aus den unzähligen Datenmengen, die die eine Milliarde Mitglieder jeden Tag produzieren, Verbindungen herzustellen.

Freunde, die Rihanna mögen, zeigt das Facebook heute schon auf der Künstlerseite an. Nun aber lässt sich gezielt filtern, welche Freunde aus Hamburg etwa Rihanna mögen. Und noch besser: Welche Single-Freundinnen aus Hamburg Rihanna mögen. Oder am interessantesten: Welche Single-Freundinnen von Freunden aus Hamburg Rihanna mögen. Beim Musikgeschmack könnten schließlich die Gemeinsamkeiten anfangen.

Kommerzielle Datingdienste profitieren bereits von Facebook

Die Rolle rückwärts bei Facebook ist durchaus bemerkenswert. In den vergangenen Jahren hat sich das soziale Netzwerk immer weiter verschlossen und neue Verbindungen außerhalb des eigenen Freundeskreises nach erschwert. Facebook wollte bestehende Verbindungen verbessern, nicht neue schaffen, betonte Mark Zuckerberg immer wieder.

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Inzwischen jedoch dürfte Facebook als börsengelistetem Unternehmen aufgegangen sein, dass dem weltgrößten Social Network damit eine Erlösquelle entgeht. Apps wie „Are you interested“, die inzwischen kostenpflichtig sind, machen sich die Suche nach Flirts in den schier unendlichen Verbindungsmöglichkeiten monetär zunutze.

Suche nach "indischen Single-Männern in San Francisco"

Facebook will da offenbar mitspielen und den Datenpool als Datingtool nutzen, anders kann die explizite Beschreibung der neuen Nutzungsmöglichkeit von  Facebooks Produktmanager Tom Stocky kaum zu interpretieren sein. Explizit stellte Stocky gestern dann auch diese Möglichkeit vor und fragte in der Suche „Freunde von Freunden, die Single-Männer in San Fransisco sind“ ab.

Dann spezifizierte Stocky die Suche auf Freunde im Freundes-Universum auf „indische Single-Männer in San Francisco“. Voraussetzung zur neuen Flirtsuche: Angezeigt werden nur Mitglieder, die Freunde von Freunden sind und sich explizit als Singles in ihrem Beziehungsstatus geoutet haben.

Wirbel um bezahlte Emails an Nicht-Freunde

Dass Facebook an dem neuen Feature durchaus verdienen könnte, deuten schon Gerüchte in den vergangenen Wochen an, nach denen das soziale Netzwerk für die Kontaktmöglichkeit zu nicht befreundeten Mitglieder Geld verlangen könnte – also etwa zu Single-Frauen aus dem erweiterten Freundeskreis.

Mark Zuckerberg leistete sich vor wenigen Tagen den PR-GAU, sich Mails von Unbekannten mit bis 100 Dollar bezahlen zu lassen. Wenig später ruderte der drittwertvollste Internetkonzern der Welt zurück, man teste das Feature als Schutz gegen Spam. Oder vielleicht am Ende doch als Erlösquelle im boomenden Dating-Segment?

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