Facebook startet vertikale Social-Suche

Was würde das Social Network auf seinem mysteriösen Presseevent enthüllen: endlich das sagenumwobene Facebook-Phone? Mitnichten: Mark Zuckerberg verkündete Veränderungen in den Nutzungsmöglichkeiten von Facebook: Die Suchmöglichkeiten wurden verfeinert. Der Facebook-Chef stellte dafür die limitierte Betaversion der "Suche im Social Graph" vor. Personen, Fotos und Orte werden so stärker miteinander in Verbindung gebracht. Die Suche im Social Graph soll in den nächsten Wochen und Monaten ausgerollt werden.

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Die Erwartung war groß: Mit den vielversprechenden Worten "Come and see what we’re building" hatte Facebook heute zum Presseevent geladen. Techblogger wie MG Siegler waren sicher: Das kann nur die Vorstellung des seit Langem erwarteten Facebook-Phones bedeuten.

Doch schon nach wenigen Minuten auf dem neuen Facebook Campus war klar: Nichts war’s mit Hardware. Facebook ist und bleibt ein Software-Unternehmen, dass weiter verfeinert, was es am besten kann: "Unsere Mission ist es, die Welt offener und vernetzter zu machen", verkündete Firmenchef Mark Zuckerberg zu Beginn der Presseveranstaltung noch einmal das Firmenmantra.

Facebooks neuster Coup: Die "Suche im Social Graph"

Facebook tut das auf drei Arten: Über den Newsfeed, der über die Aktivitäten der inzwischen über eine Milliarde Nutzer informiert, über die Timeline, die Nutzer mit ihren Inhalten befüllen – und über eine neue Form der Vernetzung, die Zuckerberg heute enthüllte.

Die "Suche im Social Graph" ist der neueste und dritte Pfeiler in der Facebookwelt.  Zuckerberg hatte es im vergangenen Herbst auf der Disrupt-Konferenz von TechCrunch bereits angedeutet: Die Suche ist interessant", betonte Zuckerberg mehrfach. "Wir haben jeden Tag eine Milliarde Suchabfragen, aber wir haben bisher überhaupt nicht versucht, hier in die Tiefe zu gehen".

Neue Suchleiste auf jeder Facebook-Seite

Daran besteht auch Bedarf: Facebook will künftig eine stärkere Verknüpfung zwischen den enormen Datenmengen, die eine Milliarde Nutzer produzieren – 240 Milliarden Fotos haben Facebooks Nutzer inzwischen hochgeladen, über eine Billion Verbindungen bestehen.

Das soll nun mit der "Suche im Social Graph"  gelingen: Künftig finden Nutzer bei Facebook auf jeder Seite eine Suchleiste, in der sie nach spezifischen Inhalten suchen können. Etwa: Freunde, die Rihanna mögen. Oder verfeinert: Freunde in Hamburg, die Rihanna mögen.  Oder: Freunde von Freunden in Hamburg, die Rihanna mögen.  

Facebook holt Microsoft mit Bing ins Boot

Das für viele  mit dem sehr selektiven Newsfeed immer unübersichtlichere Facebook-Universum soll damit ein Stück transparenter werden. Nutzer können allerdings nur Inhalte durchsuchen, die auch mit ihnen geteilt worden sind. An den Privatsphäre-Einstellungen würde sich nichts ändern.

Facebook betonte, dass die neue Such-Funktion keine Google-Kopie sei. Die Suche im Social Graph unterscheide sich von bekannten Suchmaschinen im Web durch die nur auf Facebook entstandenen Daten. Und wem das nicht genügt, dem bietet Facebook Abhilfe: Partner Microsoft wurde mit Bing als reguläre Suchmaschine im Web mit ins Boot geholt.

Anleger hatten sich vom Facebook-Event unterdessen wohl mehr versprochen und reagierten enttäuscht mit Abschlägen von knapp drei Prozent.

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