Neue Werbe-Vorwürfe gegen “Wetten dass..?”

Nachdem der Spiegel Anfang der Woche Details zu alten Schleichwerbe-Fällen zu Zeiten Thomas Gottschalks bei “Wetten dass..?” enthüllt hat, legt am Mittwoch das Handelsblatt nach. Neben DaimlerChrysler, Audi, Solarworld und Warsteiner hatte auch der frühere Billigstrom-Anbieter Teldafax einen dubiosen Kooperationsvertrag mit der Gottschalk-Firma Dolce Media im Millionenhöhe. Auch Eon warb bei “Wetten dass..?”. Diverse Politiker fordern vom ZDF nun eine “lückenlose Aufklärung” der Vorgänge.

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Der dem Handelsblatt vorliegende Vertrag mit Teldafax bezieht sich auf die Zeit zwischen 2009 und 2010. In insgesamt sechs Sendungen soll die Firma in “Wetten dass..?” vorgekommen sein, vor allem zusammen mit dem Bundesliga-Klub Bayer 04 Leverkusen, der seinerzeit von Teldafax gesponsert wurde. Rudi Völler und Jupp Heynkes seien in der Show als Teldafax-Werbeträger aufgetreten. Der Vertrag soll sogar exakte Regieanweisungen für einen Einspielfilm enthalten haben. Als Gewinnspielpartner konnte Teldafax später nicht mehr wie geplant von Thomas Gottschalk präsentiert werden, da das Unternehmen pleite ging. Vom ZDF hieß es, dass der Sender keine Zahlungen von Teldafax erhalten habe.

Die Billigstrom-Tochter des Energiekonzern Eon warb ebenfalls bereits mehr oder weniger schleichend zwischen 2008 und 2009 in “Wetten dass..?”. Aber auch das ist nicht wirklich neu und wurde vom Fernsehblog der FAZ bereits vor Jahr und Tag aufgespießt. Nur damals schien es niemanden so recht zu jucken. Zur Schleichwerbung bei “Wetten dass..?” existiert sogar eine wissenschaftliche Inhaltsanalyse aus dem Jahr 2005 (“Leise schleicht’s durch mein TV”).

Obwohl die Vorwürfe und werblichen Vorgänge bei “Wetten dass..?” lange bekannt sind, sorgen die aktuellen Vertrags-Details für viel Wirbel. Diverse Politiker, u.a. die ZDF-Fernsehratsmitglieder Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Hermann Gröhe (CDU), Cem Özdemir (Die Grünen) und Gesine Lötzsch (Die Linke) meldeten sich nun zu Wort und fordern Aufklärung. 2013 laufen die Verträge des ZDF mit der Gottschalk-Firma Dolce Media, die von Thomas Gottschalk Bruder Christoph geführt wird, aus. Kaum zu glauben, dass sie verlängert werden.

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