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Elbkick.tv: „Sportschau“ der Hobby-Fußballer

Vor ein paar Jahren waren die Freunde Axel Möring und Jurek Rohrberg einfach nur Amateurfußballer in Hamburg. Als Kicker sind sie auch heute noch aktiv, ihre Rolle für den Sport in der Hansestadt geht mittlerweile aber weit über ihr Wirken auf dem Rasen hinaus. Zusammen haben sie Elbkick.tv gegründet und sind damit die Anlaufstelle für Fußball in Hamburg geworden. Axel Möring leitet das Startup mittlerweile als Geschäftsführer, Jurek Rohrberg ist Sportmoderator Sky Sport News HD.

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"Es hat circa zwei Jahre gedauert, bis wir uns etabliert haben. Elbkick.tv ist der Beweis dafür, dass der Amateur-Fußball extrem gut für den Videomarkt geeignet ist", sagt Axel Möring, der Elbkick.tv als Geschäftsführer leitet. Erfolgreich, wie er betont. Mittlerweile ist man Medienpartner des Hamburger Fußball-Verbandes, im neuen Jahr habe man eine zweite 450-Euro-Kraft einstellen können und das im letzten Jahr bezogene Büro sei eigentlich schon wieder zu klein. Vor noch nicht allzu langer Zeit hat man noch alles aus dem Wohnzimmer herausgefilmt. Das Team besteht mittlerweile aus gut zehn Leuten.
Gemeinsam berichten sie mit Videos über den Hamburger Amateur-Fußball. Sie fahren zu Spielen und liefern im Anschluss Spielszenen, laden zudem regelmäßig Akteure der lokalen Szene in ihr Studio zu Interviews und Gesprächen. Alles findet im Bewegtbild statt. Manchmal sieht man vom Spielfeldrand wie die Männer oder Frauen den Ball hinterherjagen. Manchmal ist die Anmutung deutlich professioneller, wenn im Studio Gäste auf der Couch Platz nehmen, mit Bauchbinden ihr Name eingeblendet wird und mehrere Kameras zum Einsatz kommen.

Elbkick.tv: Im Studio kommen mehrere Kameras zum Einsatz
Dass lokale Themen erfolgreiche Nischen für journalistische Online-Publikationen sein können, darüber berichtete MEEDIA bereits in einer zweiteiligen Serie im Dezember. Genaue Zielgruppen, innovative Berichterstattungselemente, enge Leserbindung – das sind die Erfolgsfaktoren, die viele Projekte auszeichnen. Im Fall des Amateur-Fußballs kommt noch hinzu, dass hier die Rechtslage für Bildmaterial deutlich einfacher ist, als in den Profiklassen wo nur finanzstarke Player sich Lizenzen leisten könen. 
Auffällig ist aber auch: Häufig entstehen die innovativsten Produkte außerhalb der etablierten Medienhäuser. So ist es auch im Fall von Elbkick.tv. "Ich weiß nicht, warum sonst noch keiner machte, was wir machen. Eigentlich sind der Video- und auch der Amateurfußball-Bereich sehr interessant. Vielleicht dachten die Zeitungen, die Zielgruppe sei zu klein." Mittlerweile ist das Hamburger Abendblatt ist Kooperationspartner von Elbkick.tv. Das Springer-Medium steuert aus seinen eigenen Videoblogs Berichte zum Hamburger SV und zum FC. St. Pauli bei – im Gegenzug dafür erhält es Bannerwerbung bei Elbkick.tv. Überzeugungsarbeit habe man nicht leisten müssen: "Das Abendblatt hat das gerne aufgenommen", sagt Axel Möhring und ergänzt: "Wir sind stolz bei so einem renommierten Medium als Partner aufzutreten."
Auch bei Anzeigekunden stoße man häufig auf offene Ohren. Tatsächlich ist die Seite der Hamburger mit viel Sponsoring gespickt, Der Trick: "Wir orientieren uns an Sponsoren, die sich bereits im Hamburger Amateurfußball engagieren, einen Hamburger Bezug haben und zu uns als Marke passen." Axel Möring hält gerade die Werbung, die vor den Videos eingebaut ist auch für besonders wertig: "Unsere Videos sind für die Ewigkeit, weil sie weiter online im Archiv aufzufinden sind. Das ist ein immens großer Vorteil gegenüber Zeitungen und somit auch für unsere Werbepartner von hoher Bedeutung."
Reich werden können die Macher mit ihrem Projekt freilich bislang nicht. Im ersten Jahr wurden sie durch die Macromedia Hochschule unterstützt, an der Jurek Rohrberg studierte. Die Hochschule lieh ihnen die nötigen Kameras. Mit dem ersten Geld wurde dann die erste eigene Hardware angeschafft. Auch aktuell fließen die Einnahmen vor allem in einen Ausbau der Seite.
Für die Rückrunde ist ein Relaunch geplant. Aktuell ist die Seite sehr einfach aufgebaut, wie ein Blog. Die neusten Beiträge stehen oben, ältere Rücken nach und nach von der Startseite. Das neue Layout soll auch ältere Beiträge besser zur Geltung kommen lassen und die verschiedenen Formate betonen. Das soll auch die Klickzahlen der Videos nach oben treiben. Diese sind bei aktuellen Videos derzeit noch überschaubar, liegen im mittleren dreistelligen Bereich. Axel Möring verweist lieber auf die Gesamtzahlen: Derzeit habe man etwa 700 Videos online, die insgesamt auf über 500.000 Zugriffe kämen. Das sei ein enormes Archiv, das ständig wachse. Auch ältere Videos würden immer wieder angesehen. Die neue Seite soll diesen Archiv-Faktor unterstreichen.
Außerdem: Journalistisch profitieren die Macher schon jetzt. Jurek Rohrberg arbeitet mittlerweile als Sportreporter bei Sky Sport News HD. "Elbkick.tv ist für mich ein wunderbares Hobby. Ich habe dort meine ersten Schritte gemacht, konnte üben und Erfahrung sammeln. Jetzt bin ich stolz, als fester Reporter für einen so hochwertigen Sender wie Sky zu arbeiten", sagt Jurek Rohrberg.
Das etwa zehnköpfige Redaktionsteam besteht aus jungen Menschen am Anfang ihrer Karriere. "Hier können sie Erfahrungen sammeln und die Arbeit als Referenz nutzen", meint Axel Möring. Das Startup bietet also auch Nachwuchskräften ein Sprungbrett, was gerade in der aktuellen Situation am Markt ein wichtiger Faktor ist.
Doch mit der – durchaus wichtigen Rolle – als Ausbildungsstelle will sich Elbkick.tv nicht auf Dauer zufrieden geben. Mittelfristig ist die Expansion in andere Städte geplant. Die nötigen Domains habe man sich bereits gesichert. "Das Interesse, sowie auch das Feedback für unsere Arbeit sind überaus positiv. Der Markt ist aber noch längst nicht gestillt. Wir haben noch viele Visionen, unter anderem neue Formate und Standorte", so die Macher.

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