Arbeitsmarkt: große Sparrunde bei den ÖR

Nach der Insolvenz der Frankfurter Rundschau, der dapd und dem Aus der G+J-Wirtschaftsmedien scheint die Printbranche um Ruhe bemüht. Sparrunden wollen im Januar die wenigsten Verlage ankündigen. Das berichtet das medium magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Immerhin: Das Wall Street Journal Deutschland, heute ein Jahr alt, sei auf Wachstumskurs, ProSiebenSat.1 und die RTL Group haben keine Sparrunden eingeplant. Ganz anders sieht die Situation bei den Öffentlich-Rechtlichen aus. Hier stehen Hunderte Jobs auf dem Spiel.

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Beinahe alle öffentlich-rechtlichen Sender müssen in diesem Jahr Arbeitsplätze einsparen, berichtet das medium-magazin. Besonders harft trifft es das ZDF. Bis 2016 müssen die Mainzer nach den Forderungen der Gebührenkommission KEF rund 400 Stellen streichen. Wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, ist noch unklar.

Auch der Bayerische Rundfunk (BR) rechnet laut medium-magazin mit insgesamt 60 Stellen, die wegfallen. Nicht nur in der Redaktion, sondern auch in Verwaltung und Technik. Beim Hessischen Rundfunk geht man sogar von 100 Arbeitsplätzen aus, beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) seien es immerhin 45. Konkrete Zahlen wollte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und Südwestrundfunk (SWR) noch nicht nennen.

Springer schließt aufgrund der Zusammenlegung von Welt, Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt Stellenstreichungen nicht aus, will allerdings auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Die WAZ-Grupp will weiter am geplanten Sparkurs festhalten. Die Südwestdeutsche Medien-Holding und die Verlagsgruppe Madsack wollen noch keine Prognose abgeben.

Auch DuMont Schauberg wollte sich nocht nicht äußern. Das Schicksal der insolventen Frankfurter Rundschau ist ungewiss. Allerdings hat sich die Situation mittlerweile verschärft, seitdem Springer dem dazugehörigen Druckzentrum Neu-Isenburg die Aufträge entzog. Das Aus der Frankfurter würde auch die Berliner Zeitung treffen.

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