FR-Druckerei droht das Aus

Das ist ein Tiefschlag für die insolvente Frankfurter Rundschau: Die Axel Springer AG druckt künftig Bild, Welt und Welt kompakt nicht mehr im verlagseigenen Druckzentrum Neu-Isenburg. Wie MEEDIA aus Frankfurter Verlagskreisen erfuhr, soll zumindest ein Teil der Aufträge an die Konkurrenz der Frankfurter Societäts-Druckerei gehen. Der Auftragsentzug könnte das Aus für das Druckzentrum bedeuten. "Wir brauchten Produktionssicherheit", heißt es bei Springer.

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In einem Schreiben an die Mitarbeiter der Druckerei, aus dem Spiegel Online zitiert, berichtet Insolvenzverwalter Frank Schmitt, Springer habe der Druckerei die Aufträge entzogen. Das Druckzentrum verliere damit zum Ende des Monats etwa die Hälfte seines Umsatzes. Laut Schmitt sei das ein herber Rückschlag. Springer bestätigt die Kündigung inzwischen. Der Verlag brauche Produktionssicherheit und habe lange mit der Kündigung gewartet, begründet ein Sprecher den möglicherweise folgenschweren Schritt. Doch offenbar konnten dem Verlag von Bild und Welt nach der Insolvenz des Frankfurter Verlags keine überzeugenden Konzepte vorgestellt werden.

Der Zeitungsriese wird seine Druckaufträge nach MEEDIA-Informationen künftig auf die FAZ-Schwester Frankfurter Societäts-Druckerei, die Druckerei der Hürriyet und Zeitungsdruck Dierichs in Kassel (Ippen) verteilen. Ein weiteres Schwesterunternehmen der FAZ interessiert sich auch für die Titelrechte an der Frankfurter Rundschau. Der Insolvenzverwalter muss bis Ende Januar einen Käufer für die Rundschau gefunden haben. Zu den Interessenten zählt auch der Süddeutsche Verlag.

Für das Druckzentrum in Neu-Isenburg gab es nach MEEDIA-Informationen Interessenten, darunter die alpha print medien AG mit Sitz in Darmstadt. Das Thema Frankfurt dürfte sich für die Drucker nun allerdings erledigt haben. Für Insolvenzverwalter Schmitt wird es sehr schwer werden, das Druckzentrum weiter am Leben zu halten. Dennoch schreibt er an die Mitarbeiter, es gebe Unternehmen, die "unter Umständen an einer Übernahme der Druckerei auch ohne den Axel-Springer-Auftrag interessiert sind". Springer war 36 Jahre Kunde der FR-Druckerei.

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