Springer bringt WamS Kompakt bundesweit

Springer schickt die handliche Welt am Sonntag Kompakt ab dem 17. Februar bundesweit an die Kioske. Bisher war die kleinere Ausgabe der Sonntagszeitung nur in sechs Bundesländern erhältlich. Der Verlag veröffentlicht auch die Tageszeitung Die Welt seit einigen Jahren als Kompaktausgabe. Die Auflage der WamS wird seit Anfang 2011 – wie bei der Welt – nicht nach Normal- und Kompaktausgabe ausgewiesen, die kombinierte Auflage liegt bei 401.143 verkauften Exemplaren. Die FAZ sieht die Kombi-Auflage kritisch.

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Die Ausweitung der WamS-Kompaktausgabe auf alle Bundesländer ist nach Springer-Strategie folgerichtig. Die Kompaktausgaben von Welt und WamS bremsen den Auflagenrückgang der Zeitungen und erschließen (zumindest nach Verlagsangaben) neue Zielgruppen, vor allem jüngere Leser. Im vierten Quartal 2010 lag die WamS-Auflage bei 402.287 verkauften Exemplaren. Knapp zwei Jahre später liegt die kombinierte Auflage knapp darunter. Im Vergleich zum Vorjahresquartal III/2011 sank die WamS-Auflage aber um 3,35 Prozent.
Die Kompakt-Ausgabe mit mindestens 64 Seiten kostet 2,50 Euro, die normale Ausgabe im nordischen Format kostet 3,30 Euro. Bisher umfasste das Verkaufsgebiet Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Gedruckte Zeitungsausgaben haben für Springer ein Haltbarkeitsdatum mit einem bisher unbekannten Haltbarkeitsdatum, doch die gedruckte WamS gilt im Medienunternehmen weiter als eine Bank. Am Sonntag wird gelesen, am Sonntag werden Konsumentscheidungen getroffen.

Wenig erfreut dürfte die Konkurrenz von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bzw. deren Geschäftsführer Tobias Trevisan über den Schritt sein, auch wenn er nicht gänzlich überraschend kommt. Die FAZ sieht die gemeinsame Auflagenausweisung von einer Zeitung mit zwei unterschiedlichen Formaten kritisch und ging dagegen auch schon juristisch vor, allerdings bisher ohne Erfolg. Das Argument: Eine kleinere Zeitung ist vor allem auch ein Werbeträger mit geringerer Werbefläche, trotzdem bekommen Anzeigenkunden nur eine Gesamtauflage und –reichweite genannt. Die Auflage der Sonntagszeitung der Frankfurter hingegen geht in Gänze auf Verkäufe eines großformatigen Produkts zurück. Auch wenn sich die Werbe-Welt rapide verändert – in diesem Fall komme es auf Papier-Millimeter an.

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