News-Top-50: Boulevard-Ressorts wachsen

Publishing Der Oktober war für die Nachrichten-Websites ein Monat, in dem mit Boulevard-Themen gepunktet wurde. Während die Politik- und Sport-Ressorts zahlreiche Nutzer einbüßten, waren es die Panorama-Ressorts, die deutlich zulegten. Ein Hauptgrund dafür dürfte der plötzliche Tod von Dirk Bach gewesen sein, der Anfang Oktober Millionen Deutsche bewegt hat. Die Nummer 1 der News-Branche bleibt auch diesmal Bild.de, auch wenn der Vorsprung auf Spiegel Online erneut etwas schrumpfte.

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Ab sofort präsentieren sich unsere AGOF-Analysen noch detailreicher. Um sie von den Auswertungen der IVW abzuheben, blicken wir zusätzlich zu den Gesamt-Zahlen, deren Tendenz oft der bei der IVW entspricht und die daher meist nur mittel-interessant sind, auch auf die Belegungseinheiten der News-Websites. Diese Belegungseinheiten dienen den Websites und ihren Vermarktern dazu, ihre Werbung noch zielgerichteter an den Mann zu bringen. Bei den Nachrichten-Angeboten entsprechen die Einheiten im Normalfall den Ressorts, die Zahlen erlauben daher einen spannenden Blick darauf, welche Inhalte wann wie gut funktionieren.

Der spannendste Aspekt in diesen Zahlen ist in diesem Monat das Thema Boulevard. Ein paar Beispiele: Bei Bild.de wuchs die Unterhaltung von 5,75 Mio. auf 6,46 Mio. Unique User, bei Focus Online wurden aus 2,00 Mio. Panorama-Lesern 2,36 Mio., Die Welt wuchs in diesem Ressort von 2,35 Mio. auf 3,28 Mio., Süddeutsche.de von 0,77 Mio. auf 1,10 Mio. und bei n-tv.de sogar von 0,70 Mio. auf 1,70 Mio.

Hauptverantwortlich für dieses Wachstum dürfte wie angedeutet der Tod Dirk Bachs gewesen sein. Ein Indiz dafür ist beispielsweise, dass drei der vier deutschsprachigen Artikel mit den meisten Reaktionen bei Facebook und Twitter im Oktober vom Tod Bachs handelten. Und: Spiegel Online, das den Tod im Kultur-Ressort vermeldete und nicht im Panorama, steigerte sich in der Kultur von 3,28 Mio. auf 4,10 Mio. Unique User. Zeit Online wuchs im Kultur-Unterressort Film&TV von 0,31 Mio. auf 0,66 Mio. Nutzer. Spannende Zahlen, die zeigen, wie eine einzige Nachricht Websites Hunderttausende oder sogar Millionen Leser bringen können.

Trotz der Boulevard-Erfolge schrumpften aber die Nutzerzahlen der sechs größten Nachrichten-Angebote gegenüber dem Vormonat September. Ein Grund dafür: In den wichtigen Ressorts Politik und Sport ging es fast flächendeckend nach unten. Ohne den Boulevard hätte es also überall noch schlechter ausgesehen. Bild.de bleibt dabei mit 12,72 Mio. Unique Usern die Nummer 1, der Vorsprung auf Spiegel Online schrumpft wegen stärkerer Verluste aber auf 1,70 Mio. Nutzer – weniger waren es 2012 nur einmal. Größter Verlierer unter den großen Sechs ist Focus Online, etwas weiter hinten ging es für Abendblatt.de und FTD.de prozentual gesehen noch deutlicher bergab.

Die größten Aufsteiger auf den ersten 25 Plätzen sind prozentual gesehen n-tv.de, die BZ aus Berlin, die Augsburger Allgemeine und der Tagesspiegel. Auf den Rängen 26 bis 50 gab es sogar zwei Angebote, die ihre Nutzerzahlen um mehr als 30% steigerten: freiepresse.de und die Mitteldeutsche Zeitung. Neu dabei ist der Berliner Kurier, der zum ersten Mal in der AGOF ausgewiesen wird und direkt auf Platz 36 einsteigt, die größten Verlierer in dieser zweiten Top-50-Hälfte sind die tz, die Leipziger Volkszeitung und suedkurier.de.

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