Die Medienmacher im Intellektuellen-Ranking

Publishing Auf welche Medienmacher hören die Deutschen und wer dringt mit seiner Stimme im öffentlichen Diskurs überhaupt durch? Nach 2007 hat Cicero wieder seine Liste mit den 500 wichtigsten Intellektuellen Deutschlands erstellt. Auf Platz eins landete Günther Grass, gefolgt von Peter Handke und Martin Walser. Auf Position vier kommt mit Alice Schwarzer die erste Journalistin. Auch im Ranking dabei: Springer-CEO Mathias Döpfner (Platz 86) und Spiegel-Autor Stefan Niggemeier (Position 130).

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Verantwortlich für die Erhebung der "wichtigsten deutschen Intellektuellen" ist der Berliner Datenexperte und ehemalige Leiter des Capital-Hauptstadtbüros Max A. Höfer. Der Politikwissenschaftler und Ökonom war bis Dezember 2009 auch Co-Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. In seiner Analyse habe Höfer die vergangenen zehn Jahre berücksichtigt. In das Ranking eingeflossen seien die Präsenz der Personen in 160 deutschsprachigen Zeitungen, Zitationen im Internet, Treffer in der wissenschaftlichen Literaturrecherche Google Scholar sowie Querverweise im biografischen Munzinger-Archiv.

Journalisten und Moderatoren mit Top-Platzierungen sind Marcel Reich-Ranicki auf Rang 7, Frank Schirrmacher auf 10 und Harald Schmidt auf 13. Günther Wallraff kommt auf Platz 25 und Stefan Aust auf 30. Direkt hinter dem ehemaligen Spiegel-Chef liegt Ulrich Wickert. Ebenfalls in den Top-50 befinden sich noch Heribert Prantl (35), Henryk M. Broder (37), Benjamin von Stuckrad-Barre (45) und Peter Scholl-Latour (46). Der Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo folgt auf Position 78. Damit liegt er knapp hinter seinem Herausgeber Josef Joffe (76).
Im Vergleich zur Ausgabe aus dem Jahr 2007 ist der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther der größte Aufsteiger. Der Kritiker des deutschen Schulsystems hat im Vergleich zu 2007 328 Plätze gut gemacht und steht nun auf Rang 152. Der Leiter des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit Klaus F. Zimmermann steht diesmal auf Platz 168 (plus 325), der Sozialforscher Harald Welzer ("Das Ende der Welt, wie wir sie kannten") kam auf Platz 112 (plus 313). ARD-Mann Klaus Bednarz büßte 320 Plätze ein und landete auf Rang 451. 
Besonders interessant ist der Blick auf die Newcomer. Als erfolgreichste Newcomerin hat Höfer die ehemalige Bischöfin und EKD-Vorsitzende Margot Käßmann errechnet (Platz 26). Charlotte Roche erreicht Rang 67. In diese Kategorie fällt auch Mathias Döpfner. Über ihn schreibt Cicero: "Der hünenhafte Musikwissenschaftler mischt sich immer wieder gerne in die intellektuellen Debatten in Deutschland ein. Gleichzeitig hat er dem Springer-Verlag als CEO Rekordergebnisse beschert."
Zu Niggemeier notieren die Berliner: "2004 gründete der Medienjournalist zusammen mit Christoph Schultheis Bildblog.de, einen Watchblog, der zunächst nur die Arbeit der Bild-Zeitung, mittlerweile aber verschiedene deutsche Zeitungen kritisch beobachtet. Im Vergleich zum zweiten Cicero-Ranking (2007) hat er 154 Plätze gutgemacht."
Das gesamte Ranking der Top-500 ist die Titelgeschichte der Januar-Ausgabe des Magazins.

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