Trauriger Rekord: 135 Reporter 2012 getötet

Publishing Auch dieses Jahr hat ihr Beruf wieder etliche Reporter das Leben gekostet: 88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet - mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten ROG-Bilanz hervor. Vor allem der Syrien-Konflikt, die Gewalt der Taliban in Pakistan und der Bürgerkrieg in Somalia haben zu den enorm hohen Opferzahlen beigetragen.

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Die Bürgerkriegsländer Syrien und Somalia, das von den Taliban und Stammesrivalitäten destabilisierte Pakistan sowie Mexiko und Brasilien, wo Drogenkartelle und Banden die Staatsmacht herausfordern, gehörten 2012 zu den gefährlichsten Orten für Journalisten, so die Vereinigung.
Viele inhaftierte Journalisten und Blogger zählte Reporter ohne Grenzen 2012 neben der Türkei in China, wo die Regierung die Zensur vor dem Parteitag enorm verschärft habe. Die meisten Journalisten kamen im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika (26 Tote), in Asien (24 Tote) und im Afrika südlich der Sahara (21 Tote) ums Leben. Zwei weitere Journalisten sind laut ROG in Russland getötet worden.
Vor allem die Zahl getöteter Blogger hat extrem zugenommen. Waren es 2011 noch fünf Bürgerjournalisten, kamen in diesem Jahr 47 ums Leben – vor allem in Syrien. Hier wurden allein 44 Blogger, 17 Journalisten und vier Medienarbeiter getötet. In Somalia fanden doppelte so viele Journalisten wie 2009 den Tod, 18 von ihnen kamen am Horn von Afrika ums Leben.
Laut ROG ist es um die Pressefreiheit in der Türkei nicht gut bestellt. 42 Journalisten und vier Medienmitarbeiter sitzen als direkte Folge ihrer Arbeit in Haft. Ein trauriger Rekord seit dem Ende des Militärregimes im Jahr 1983. Immerhin, so ein Ergebnis der ROG-Jahresbilanz, ist die Anzahl der Festnahmen und Entführungen in diesem Jahr leicht zurückgegangen. Auch hier führt Syrien das negative Ranking an – mit mindestens 51 Festnahmen, 33 Übergriffen und 13 Entführungen. Hierbei handelt es sich um Schätzwerte. Stark gesunken von 28 auf sieben Verhaftungen sind die Zahlen etwa in Libyen nach dem Sturz des autoritären Regimes. 

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