Snapchat: das Tool zum „Sexting“-Boom

Die Idee klingt wie aus einem Mission Impossible-Film: "Diese Nachricht zerstört sich in fünf Sekunden." Im Smartphone-Zeitalter wird sie mit Snapchat wahr: Die viel diskutierte Foto-App ermöglicht das zeitlich begrenzte Verschicken von Fotos, die dann wieder gelöscht werden. Das als "Sexting" bekannte Zeitgeist-Phänomen erhält so endlich einen Kanal, der peinliche Entblößungen rückgängig macht – US-Kongressabgeordneter Anthony Weiner oder manch Prominenter hätte die App gut eher gebrauchen können...

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Die Idee klingt wie aus einem Mission Impossible-Film: "Diese Nachricht zerstört sich in fünf Sekunden." Im Smartphone-Zeitalter wird sie mit Snapchat wahr: Die viel diskutierte Foto-App ermöglicht das zeitlich begrenzte Verschicken von Fotos, die dann wieder gelöscht werden. Das als "Sexting" bekannte Zeitgeist-Phänomen erhält so endlich einen Kanal, der peinliche Entblößungen rückgängig macht – US-Kongressabgeordneter Anthony Weiner oder manch Prominenter hätte die App gut eher gebrauchen können…
Ein Probleme, mit dem im Web-Zeitalter etliche konfrontiert werden: Es gibt sie, diese Bilder, die in einem Augenblick des Überschwangs in die Welt verschickt werden oder in Social Networks landen – peinliche Partyfotos oder intime Privatbilder, verschickt beim Online-Flirt.
Der US-Kongressabgeordneter Anthony Weiner kennt das Problem: Er ließ sich im vergangenen Jahr auf einen heißen Online-Flirt mit einer 21-Jährigen ein. "Ich habe eine riesige Beule in meiner Hose", schrieb Weiner einer Collegin-Studentin. Die erwiderte prompt: "Yea! Kannst du mir ein Bild schicken?" Der Demokrat zögerte nicht lange, holte offenbar eine Kamera heraus und drückte ab.

Zeigeist-Phänomen Sexting: Auf den Spuren von Weiner, Rihanna & Co

Das Ergebnis kostete ihn den Job. Statt das Bild, das einen erigierten Penis in einer Unterhose zeigt, an die College-Studentin zu schicken, ging es versehentlich an seine 56.000 Follower. Weiner trat zurück.
"Sexting", wie das Versenden von anzüglichen Fotos mit sexueller Konnotation genannt wird, ist ein Zeitgeist-Phänomen: Rihanna tat es, Lilly Allen auch und sogar Miley Cirus kann es nicht lassen. In der US-Jugend ist das Smartphone-Phänomen längst Alltag: 20 Prozent der amerikanischen Teenager würden hätten schon gesextet, so Studienergebnisse. Und auch beim deutschen Wikipedia hat die Zeiterscheinung bereits einen eigenen Eintrag erzeugt. Sexting, heißt es da, "ist die private Verbreitung erotischen Bildmaterials des eigenen Körpers über Multimedia Messaging Services (MMS) über Mobiltelefone. Das aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammende Kofferwort setzt sich aus Sex und texting zusammen."

Snapchat fordert Instagram heraus
Eine passende App gegen das peinliche Erwachen danach gibt es inzwischen auch: Snapchat lautet sie – und wird rund ein Jahr nach dem Launch bereits rund 30 Millionen Mal am Tag genutzt. Snapchat funktioniert mit Haltbarkeitsfrist: Ein Foto wird an einen anderen Nutzer versendet, der es für eine festgelegte Zeit sehen kann, danach löscht sich die Aufnahme von selbst.
Die App erlebt in diesen Tagen einen rasanten Boom: "Snapchat ist das neue Chatroulette", findet Techcrunch-Bloggerin Alexia Tsotsis.  Im amerikanischen iTunes Store ist Snapchat bereits die drittmeistgeladene Gratis App, die nun sogar Instagram herausfordert.
Am Thanksgiving-Fest wurden viermal so viele Bilder gepostet wie bei Instagram – tausend pro Sekunde.  Die kostenlose App, die aktuell noch keine Umsätze erlöst, wurden von den Stanford-Stunden Evan Spiegel (22) und Bobby Murphy (24) programmiert.

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