Discovery kauft skandinavische P7S1-Sender

Fernsehen Die ProSiebenSat.1 Gruppe verkauft seine Fernseh- und Radio-Sender in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark an Discovery Communications. Der Produktionsbereich Red Arrow Entertainment Group ist jedoch nicht Teil der Transaktion. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und wird für das erste Quartal 2013 erwartet. Die Unternehmen beziffern den Wert der veräußerten TV- und Radiosender auf 1,325 Milliarden Euro. P7S1 will in der Folge auch das Aktien-Stimmrecht ändern.

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Der Verkauf war allgemein erwartet worden. Bis zuletzt stand jedoch nicht fest, ob Discovery Communications oder der ebenfalls interessierte Finanzinvestor Providence den Vorzug erhalten würde. Nun steht fest: Der Favorit Discovery macht das Rennen. 
Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG sagt zum Verkauf: "Mit Discovery Communications ist ein echter Global Player neuer strategischer Eigner unserer nordeuropäischen Beteiligungen. Das freut mich sehr.“ Und David Zaslav, President und CEO von Discovery Communications meint: "SBS Nordeuropa hat ein perfekt verteiltes Portfolio von werbe- und distributionsfinanzierten Sendern sowie ein fantastisches Management-Team. Mit den nordischen Ländern, zu denen einige der bestversorgten und solidesten TV-Märkte der Welt gehören, wird der Discovery-Footprint deutlich größer." 
ProSiebenSat.1 beabsichtigt einen Teilbetrag des Erlöses in Höhe von einer halben Milliarde Euro zur vorzeitigen Teil-Rückführung endfälliger Darlehensverbindlichkeiten sowie für Investitionen in den laufenden Geschäftsbetrieb zu verwenden. Der Rest der Summe soll auch eine hohe Dividenden-Zahlung ermöglichen.
In Abstimmung mit der Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft Lavena, der gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft des Investmentfonds KKR und Permira, will ProSiebenSat.1 der kommenden Hauptversammlung zudem eine Dividendenausschüttung in der Größenordnung von insgesamt 1,2 Milliarden Euro (ca. 5,60 Euro je Aktie) vorschlagen. Im Jahr 2012 hat die Gesellschaft an ihre Aktionäre Dividenden in Höhe von insgesamt rund 245 Millionen Euro (1,17 Euro je Vorzugsaktie und 1,15 Euro je Stammaktie) ausgeschüttet.
Zeitgleich will man die Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien vorschlagen. Im Rahmen dieser Umwandlung, die ohne Erfordernis einer Zuzahlung seitens der Vorzugsaktionäre durchgeführt werden soll, würden sämtliche Stammaktien zum Börsenhandel zugelassen. Es heißt Lavena habe bereits mitgeteilt, dass sie beabsichtigt, diese Maßnahme im Falle des erfolgreichen Vollzugs der Transaktion zu unterstützen.
Zuletzt war im Spiegel bereits spekuliert worden, ProSiebenSat.1 könnte nach dem Verkauf seiner skandinavischen Sender mit einer Super-Dividende seine Haupteigentümer KKR und Permira zu einem Ausstieg aus dem Unternehmen bewegen. Von einem kompletten Rückzug ist zumindest derzeit aber noch keine Rede.

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