Der Freitag: Augstein will Stellen streichen

Publishing Es ist wirklich kein guter Spätherbst für die Zeitungsindustrie: Nach der FTD-Einstellung, der Insolvenz der dapd sowie der FR-Pleite und den massiven Spar-Plänen der WAZ muss nun auch Jakob Augstein bei der Wochenzeitung Freitag kräftig auf die Kostenbremse treten. Gegenüber MEEDIA sagte Augstein: "Wir wachsen, aber wir wachsen zu langsam." Laut taz will der Verleger neun Stellen von 40 Stellen in Verlag und Redaktion streichen. Es gehe jetzt ums Überleben, sagte Augstein.

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Augstein hatte die Wochenzeitung 2008 von einer Eigentümergruppe übernommen und mit einem Team aus alten und neuen Mitarbeitern komplett überarbeitet. Deutlich investiert wurde auch in die Website, die stark auf den Aufbau einer Community für die linke Wochenzeitung setzte. In Folge des Relaunchs gewann das Blatt viele Design- und Zeitungspreise. Allerdings nicht gerade massiv an Lesern. Seit rund einem Jahr konzentriert sich der Freitag weniger auf den Kioskverkauf, sondern verstärkt die Gewinnung von Abos.

"Das Blatt macht Verluste, hat immer Verluste gemacht", sagte Augstein gegenüber MEEDIA. "Wir müssen jetzt alles tun, dass der Freitag als Wochenzeitung am Leben bleibt. Das ist das oberste Ziel. Der Freitag soll nicht das Schicksal von FR und FTD erleiden." Sowohl bei Abos wie bei Anzeigenerlösen zeige die Tendenz nach oben. Aber unterm Strich wachse das Blatt nicht schnell genug, um bald profitabel zu arbeiten. Nun müsse er mit dem Betriebsrat über einen Stellenabbau verhandeln. Die von der taz genannte Zahl von neun Stellen, die zur Disposition stehen, bestätigte Augstein nicht.

Gespart werden soll in Verlag und Redaktion. Augstein sagte, er wolle sich wieder stärker in die Redaktionsarbeit einschalten, zuletzt habe er sich auf Verlagsarbeit konzentriert. Welche Konsequenzen diese Entscheidung für die Redaktionsstruktur hat – unklar. Verlagsleiterin Christiane Düts wird Co-Geschäftsführerin neben Augstein. 

Im dritten Quartal kam die Wochenzeitung auf einen Gesamtverkauf von 13.790 Exemplaren. Davon entfielen bereits 10.291 Stück auf die Kategorie Abonnement. Im Vergleich zum Vorjahr legte die Zeitung in diesem Bereich um 3,69 Prozent zu. Im Gesamtverkauf schrieben die Berliner allerdings ein Minus von einem Prozent. Verantwortlich dafür war ein Minus von 13,17 Prozent im Gesamtverkauf.

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