Guardian will 100 Stellen streichen

Publishing Die britische Tageszeitung The Guardian steht vor der Streichung von 100 der insgesamt 650 Redakteursstellen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Aufgrund der hohen Verluste werde intern zudem über die Einführung einer Paywall gestritten.

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Offenbar besteht für die Journalisten des Guardian bis zum 14. Dezember die Möglichkeit, freiwillig das Unternehmen zu verlassen und dafür eine Abfindung zu erhalten. Derzeit hätten jedoch erst 32 Mitarbeiter Interesse bekundigt, weshalb betriebsbedingte Kündigungen drohen.
Der Guardian macht seit längeren große Verluste von rund 55 Millionen Euro im Jahr. Gelingt es der Zeitung nicht, diese abzufedern könnte der hinter dem Traditionsblatt stehenden Stiftung in den kommenden Jahren das Geld ausgehen. Die Auflage ist zuletzt stark rückläufig, immer wieder wird auch über eine Einstellung der gedruckten Ausgabe spekuliert. Viel Lob erhält der Guardian regelmäßig für seinen innovativen Online-Auftritt.
Ausgerechnet der gerät nun jedoch dem Bericht von Christian Zaschke in der Süddeutschen zufolge intern verstärkt in Kritik. Führende Mitarbeiter fordern demnach eine Paywall einzuführen. Das Vorgehen von Chefredakteur Alan Rusbridger sein "wahnsinnig".
Der setzt besonders auf Reichweite und kann stolz darauf verweisen, dass die Website des Guardian die zweitmeist-geklickte Nachrichtenseite in Großbritannien ist, auch viele Leser in den USA hat und häufig als Vorzeigemodell für Online-Journalismus herangezogen wird. Rusbridger setzt auf die beständig steigenden Online-Einnahmen. Mittelfristig würden diese das Überleben des Blattes sichern.

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