Der geheimnisvolle Beinahe-Retter der FTD

Publishing Bis kurz vor dem offiziell verkündeten Aus für die Financial Times Deutschland wurde noch mit einem ernsthaften Interessenten über einen möglichen Kauf verhandelt, hatte Gruner + Jahr vergangene Woche mitgeteilt. Nach MEEDIA-Informationen war dieser geheimnisvolle Beinahe-Retter der FTD Michael Maier mit seiner Firma Blogform Social Media. Rund ein Drittel der Belegschaft hätten laut den Plänen übernommen werden sollen. Letztlich scheiterte der Deal offenbar an geforderten Garantien.

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Laut MEEDIA-Infos verlangte Blogform Social Media angeblich, dass Gruner + Jahr trotzdem für eine eventuelle Abwicklung der FTD zahlen muss, sollte dies innerhalb eines bestimmten Zeitraumes notwendig werden. Offiziell hieß es zum Scheitern der Verkaufsverhandlungen von Gruner-Seite, dass  man dem "dargestellten Fortführungsszenario weder konzeptionell noch wirtschaftlich folgen" konnte.

Auf MEEDIA-Anfrage wollten sich weder Michael Maier noch Gruner + Jahr zu Spekulationen die abgebrochenen Verkaufsverhandlungen betreffend äußern. Maier sagte lediglich: "Zu Gerüchten und Marktspekulationen äußern wir uns grundsätzlich nicht." Nachdem die Verhandlungen mit Blogform gescheitert waren, kommunizierte G+J die Einstellung der FTD offiziell. Letztlich wurde nur die bestehende Abonnenten-Kartei an das Handelsblatt verkauft.
Michael Maier war früher schon zweimal in G+J-Diensten. Als die Berliner Zeitung noch zum Verlag gehörte war er dort Chefredakteur, danach leitete er kurzzeitig den Stern. Später war er Gründungschefredakteur der Netzeitung und ist seither als Internet-Verleger tätig. Mit seiner Firma Blogform Social Media betreibt er u.a. das aus der Netzeitung hervorgegangene Bürgerjournalismus-Portal Reader’s Edition sowie die “Deutsch Türkischen Nachrichten” und die “Deutschen Wirtschafts Nachrichten”. In denen veröffentlichte Maier kurz vor dem offiziellen Aus für die Wirtschaftszeitung ein längeres Analyse-Stück. "Über eine intelligente Fortführung des Titels war offenbar nicht ernsthaft nachgedacht worden", hieß es dort. Gegenüber MEEDIA sagte er kurz danach im Interview, er habe den Eindruck gewonnen, dass G+J die FTD möglichst schnell “dichtmachen” wollte. Eine Sichtweise, die offenbar aus den gerade gescheiterten Verkaufsverhandlung herrührte.

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