Staatsanwaltschaft klagt DJV-Chef Konken an

Publishing Seit 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Bonn gegen den DJV-Vorsitzenden Michael Konken. Jetzt hat sie ihn wegen Untreue angeklagt. Wenn die Richter die Klage zulassen, kommt es im kommenden Jahr zum Prozess. Im Raum steht die Frage, ob der Funktionär zu Unrecht 2.511 Euro Netto pro Monat erhielt. „Es geht um die Aufwandsentschädigung, die Herr Konken vom DJV erhält und um die Frage, ob sie ihm rechtmäßig zusteht“, erklärt der Verbands-Sprecher Hendrik Zörner auf MEEDIA-Anfrage.

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Tatsächlich gibt es seit Jahren Streit um Aufwandentschädigungen, die der Verband seinen Chef zahlt. Laut DJV erhält Konken, der offiziell ehrenamtlich den Job des obersten Journalisten-Gewerkschaftlers ausfüllt, inklusive Umsatzsteuer 34.000 Euro pro Jahr von seinem Verband. Wie aus der Berliner Zentrale zu hören ist, solle der Funktionär dafür auch fast ständig im Einsatz sein – rund 150 Tage pro Jahr. Neben seinem Engagement im Deutschen Journalisten Verband lehrt der 59-Jährige an der FH Wilhelmshaven.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ist nun der Meinung, dass die Vereinssatzung des DJV in den vergangenen Jahren keine Bezahlung des Vorsitzenden vorsah. Erst mit einer Änderung der Satzung am 19. Juli 2011 sei die Rechtsgrundlage dafür geschaffen worden. Bezeichnenderweise wurde die Anzeige gegen Konken eben in jenem Juli 2011 erstattet.

Allerdings war das bereits die zweite Anzeige. Schon 2010 störte sich ein DJV-Mitglied an der Aufwandsentschädigung. Allerdings wurden diese Ermittlungen im selben Jahr wieder eingestellt. „Im Bezug auf die Gelder, die Herr Konken vom DJV bekommen hat und bekommt, sind wir immer satzungskonform und transparent vorgegangen“, erklärt der Verband gegenüber MEEDIA. „Sie können die Aufwandsentschädigung immer in unseren Verbandsberichten nachlesen“.

Die Anzeigen und die nun folgenden Anklagen sind auch Folge eines Streits zwischen dem Bundesverband und einem Landesverband der Journalisten-Gewerkschaft. Wie der Disput ausgeht, lässt sich zur Zeit noch nicht absehen. Wenn die Justiz in Bonn allerdings ähnlich schnell weiterarbeitet wie bisher, dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis der Fall abschließend geklärt ist.

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