Handelsblatt kauft Abodatei von der FTD

Publishing Das Handelsblatt übernimmt die Abonnenten-Datei der Financial Times Deutschland. Gegenüber MEEDIA bestätigte ein Gruner + Jahr-Sprecher einen entsprechenden Bericht der Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Über den Kaufpreis bewahren beide Seiten Stillschweigen. In einem früheren Bericht hatten die DWN über einen Kaufpreis im mittleren einstelligen Millionenbereich spekuliert. Zeitgleich bat der G+J-Betriebsrat zur großen Betriebsversammlung bei den Wirtschaftsmedien.

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Die DWN gehen davon aus, dass das Handelsblatt seine Abo-Datenbanken mit der Datei der Hamburger abgleicht und Lesern, die nicht beide Blätter lesen, ein gutes Wechsel-Angebot macht. Viele Branchen-Beobachter gehen schon lange davon aus, dass die Doppelleser einen Großteil der FTD-Abonnenten ausmachen. Für das dritte Quartal meldete die Financial Times Deutschland 41.629 Abonnenten. Das Handelsblatt dagegen kommt auf 80.222 Dauerbezieher.

Weiter spekuliert das Wirtschaftsportal, dass die Düsseldorfer neben der Abo-Datei auch die Domain ftd.de kaufen könnten. Dies soll laut DWN vor allem zwei Konsequenzen haben. Zum einen wird der Traffic – voraussichtlich – ab dem 8. Dezember komplett von ftd.de auf Handelsblatt.com umgeleitet. Zudem soll das gesamte Web-Archiv der Financial Times Deutschland gelöscht werden. Dies würde bedeuten: Alle Links, die auf alte Artikel der Wirtschaftszeitung verlinken, laufen dann ins Leere oder werden auch auf Handelsblatt.com umgeleitet.

Offiziell bestätigt Gruner + Jahr allerdings nur, dass ftd.de bis zum 7. Dezember weiterhin mit aktuellen Inhalten bestückt wird.

Am Montag hatte bereits das Wall Street Journal erste Versuche gestartet, FTD-Leser für sich zu gewinnen. Chefredakteur Knut Engelmann lud in einer kurzen Mitteilung die Abonnenten ein, seine rein digitale Wirtschaftszeitung zu testen. Sollte der deutsche Ableger des US-Journal ihnen nach sechs Monaten nicht gefallen, gäbe es das bis dahin gezahlte Geld zurück.

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